Tourenfahren und Spaß dabei… Wir fahren Motorrad, so wie tausende andere Menschen auch. Spaß am Fahren und an dem, was damit in Verbindung steht wollen wir hier teilen. Das heißt, dass wir unsere Eindrücke, die Freude an der Vorbereitung und der Realisierung der Touren unseren Freunden und Besuchern in diesem Blog näher bringen wollen – aus Spaß und ohne kommerziellen Gedanken! Viel Vergnügen…
Die letzten Tage im September versprachen noch einmal reichlich Plusgrade. Kurzentschlossen waren flugs die Klamotten gepackt und die Tour nach Österreich geplant!
Also nix wie rauf auf die GS.
Die ersten Kilometer führten uns ins nahe württembergische Allgäu, dort wo alles schon ein bisschen nach Bayern riecht. Insbesondere der Kaffeeduft einer nahen Hotelterrasse in Eglofs hatte es uns angetan…
Von hier aus konnte man über das Eglofstal hinaus bereits in den bayerischen Teil des Allgäus blicken…
Schnell führte uns die Straße weiter über das Oberjoch und das Tannheimer Tal hinunter ins schöne Lechtal. Nicht wenige Motorradfahrer sind verwundert, wenn sie plötzlich wie hier in Stanzach vor den Lautstärkebeschränkungen stehen, die seit ein paar Jahren die Flut an Lärmwütigen, die es leider auch unter den Motorradfahrern gibt, einzudämmen zu versuchen.
Nach ner weiteren Kaffeerunde ging es gegen Mittag dann aus dem Lechtal heraus über die wirklich schöne L 72 aufs Hahntennjoch hinauf. Man sollte sich vorher immer zeitnah erkundigen, ob nicht wieder mal ein Murenabgang auf der Abfahrt nach Imst ein Weiterkommen auch tatsächlich möglich macht.
Unser Hotel in Ischgl empfing uns dann am späten Nachmittag mit einem schönen Zimmer, sehr netten Hotelbetreibern und ein wenig Trubel in der Zwischensaison – im Winter steppt hier der Bär!
… hier zum Beispiel bekanntermaßen ziemlich heftig!!
Ein wenig gaben wir uns noch dem Trubel im Ort hin und beschlossen mit einem Abendessen und ortsüblichen Getränken den Abend.
Der nächste Tag empfing uns dann mit herrlichem Wetter und einem tollen Frühstück. Zeitig machten wir uns dann auch auf den Weg zum Silvretta Stausee.
Der frühe Vogel fängt den Wurm – so früh am Tag war noch nicht sehr viel los und wir konnten die herrlichen Kehren über Galtür und Gaschurn hinauf zum Stausee und gleichermaßen spektakulär hinunter ins Montafon genießen!
Im Hotelpreis inbegriffen war da bereits das Ticket für die mautpflichtige Silvretta-Hochalpenstraße
Oben angekommen. am Silvretta Stausee…
Die Abfahrt ins Montafon war spektakulär. Wie gut wir zeitlich kalkuliert hatten zeigte uns die Karawane an Oldtimern, Motorrädern, Wohnmobilen etc., die uns dann entgegenkam.
Reichlich unspektakulär, dafür aber nicht minder kurvenreich ging für uns der Tag dann nach herrlicher Fahrt über das Faschinajoch und den Bregenzer Wald am Abend wieder in Oberschwaben zu Ende – schön war´s wieder mal in Österreich.
Nachdem ja unsere Deutschlandtour 2023 ins sprichwörtliche Wasser gefallen ist, werden wir uns wohl oder übel einen trockeneren Teil Europas für unsere Tour aussuchen müssen. Also flugs den Wetterdienst bemüht und in Frankreich und Italien fündig geworden. Unsere eigentliche Urlaubstour hat sich also dramatisch verändert – wir machen das Beste daraus und werden uns nun also mal die französischen und italienischen Gefilde anschauen. Mal schauen, wie es uns und euch gefällt! Wir werden euch auf dem Laufenden halten und uns immer wieder mal während der „geplanten“ Tage mit Bildern und Eindrücken melden.
Also… lasst uns einfach mal ohne große Recherche und Planung drauflosfahren!
Vorfreude
So wird sie denn nun aussehen, unsere Alternativtour… am 9. August geht es los 🏍️
Wir werden uns also in die französischen Alpen aufmachen. Genauer gesagt in die Bourgogne, Auvergne, Rhóne-Alpes und Provence-Alpes. Anschließend geht’s durch die Seealpen rüber in das Piemont und die Lombardei. Am Lago Maggiore vorbei geht es dann über den Alpenhauptkamm zurück nach Hause.
Tag 1
Auf nach Frankreich
Hegau
Die ersten Kilometer sind abgespult und Richtung Schwarzwald wird das Wetter nun zunehmend besser 👍🏻
Und irgendwie war der gesamte Schwarzwald eine Baustelle. Durch das Münstertal ging auch nix… also dann doch in Freiburg auf die Autobahn. Auf geht’s nach Belfort in die Bourgogne.
Bienvenue à Belfort
Tag 2
Durch die Bourgogne
Wir starten heute bei wolkenlosen Himmel in Belfort und fahren hinein in eine wundervolle Landschaft. Sanfte Hügel und wenige Dörfer auf dem Weg begleiten uns.
Durch das Jura und die Regionen Auvergne und Rhône-Alpes
Stellenweise wurde es ganz schön einsam unterwegs. Die Regionen sind bis auf vereinzelte Städte und in die Landschaft gestreute Dörfer kaum besiedelt😊 Ein ganz tolles Gefühl stellt sich ein. Erinnert alles etwas an eine Mischung aus Donautal und Allgäu 👍🏻🇫🇷
Unser Berggasthof in Cerdon 👌🏻
Hotel Le Grand Dehors 01 in Cerdon
Wunderschön gelegen in der Hügellandschaft oberhalb von Cerdon auf 800 m NN. Man kommt hier nur über einen kleinen geschotterten Weg in kilometerlanger Fahrt herauf! Ganz tolle Gastgeber haben uns hier empfangen. Mit Händen und Füßen, sowie einem Mischmasch aus 🇩🇪 🇫🇷 und 🇬🇧 klappt es ganz gut mit der Verständigung 😊.
Den Abend rundete ein wundervolles Essen im Garten ab. Wie man es aus Frankreich kennt – eine lange Tafel, Wein und leckeres Essen. Dazu schöne Gespräche und tolle Tipps von 2 total netten Motorradkollegen aus dem Elsass 🇫🇷👌🏻
Tag 3
Kurz entschlossen haben wir jetzt noch einen Tag in unserer wunderbaren Unterkunft drangehängt 😊 Den heutigen Tag haben wir mit ner kleineren Tour durch die phantastische Bergwelt begonnen. Den Canyon rauf und runter. Wildwechsel sollte man ernsthaft wahrnehmen – uns ist doch tatsächlich eine Gämse 🐐 vor das Motorrad gehüpft 😳… aber alles gut gegangen 👍🏻
Canyon und Plateau Hauteville
Tag 4
Heute werden wir den Blick in Richtung Seealpen und das Piemont richten. Am Lac de Bourget und über Chambéry werden wir in die Seealpen einsteigen um unseren nächsten Zwischenstopp am Fuße des Mont Cenis anzusteuern. Die wirklich zunehmend angespannte Hotelsituation hat uns zu diesem Schwenk „gezwungen“ – so fahren wir denn nun etwas nördlicher als geplant in die französisch-italienische Grenzregion😊.
Aufbruch in einen neuen Tag 🇫🇷merci beaucoup à vous deux 🤗
Es wird zunehmend wärmer. Trinkpause im Tal der Rhône💦
Den Eidechsen ist es auch zu heiß 🥵
Pizza – Conection 😂
Kleine Anekdote am Rande… Nach dem Mittagessen: „Wie viel hast du bezahlt?“ „Wieso ich?? Hast du nicht bezahlt, als ich auf der Toilette war?!“ „Nö, ich dachte, als ich auf der Toilette war hast du bezahlt!“ Also nochmal umgedreht und zurück zur Pizzeria gefahren um zu bezahlen 🏍️…💰🤷🏼♂️😂
Col du Mont Cenis
Eine wunderbare Fahrt über unzählige Kurven führte uns aus dem heißen Tal auf knapp 2100 m herauf – tolle Aussicht hier oben👍🏻 Ich war schon ewig nicht mehr in dieser Gegend. Assietta-Kammstraße und l’Iseran sind echt schon zulange her🙄
Col de Mont CenisLanslevillard – Val-CenisStandesgemäß im Motorradhotel Napoleon in Susa 👍🏻Susa
Tag 5
Vom heutigen Tag gibt’s bis dato noch nicht so viel zu berichten… Wir sind auf dem Weg nach Vercelli in der Weinregion Asti 🍷 angekommen und geben uns der norditalienischen Kulinarik hin. Ein schönes Restaurant hatte in der Altstadt unweit des Palazzo Mazzeti offen 😊
Altstadt von Asti
Hügelland bei Asti und Reis in der Poebene
Nachdem wir die schöne Altstadt von Asti hinter uns gelassen haben, steuerten wir durch die doch schon sehr verdorrte Hügellandschaft bei Asti letztendlich die Poebene an. Die Auswirkungen von fehlendem Regen sind beim Blick in den Po deutlich zu sehen😳
Hügelland bei Asti – sehr viel LandwirtschaftDer Po – d e r Fluss Italiens
Mit Überqueren des kaum Wasser führenden Po ändert sich die Landschaft – Reisanbau dominiert nun die Landschaft. Der Reis scheint hier etappenweise angebaut zu werden. Wir haben auf den Feldern alle Reifestufen ausmachen können. Allen gleich ist der unvergleichliche Duft von Reis, der hier in der Luft liegt😋
Reisanbau in der Poebene bei Vercelli
Unsere Unterkunft für heute – Tenuta Aranuova in Vercelli
Lehrbauernhof der seinen Namen von einem römischen Opferaltars hat. Jahrhundertealte Tradition gepaart mit neuesten Innovationen gehen hier Hand in Hand – wir sind sehr beeindruckt und fühlen uns hier sauwohl und entspannen im Pool 💦
Kapelle für die Arbeiter auf dem HofgutHotel Tenuta Aranuova in Vercelli
Vercelli stellt auch gleichzeitig den Wendepunkt unserer Tour dar – von hier aus geht es nun langsam aber sicher wieder Richtig Heimat 🏍️
Tag 6
Der Tag begann mit reichhaltigem Frühstück 😋 und mit einer Überraschung – und das in zweierlei Hinsicht.
1. hat es in der Nacht heftig gewittert, davon haben wir aber nichts mitbekommen. Spricht für den guten Schlaf hier☺️
2. bekamen wir am Morgen Besuch von einer der 3 Hofkatzen 🐱
Lago Maggiore
Wer hätte das gedacht?! Am furchtbar überlaufenen Lago ein Gelegenheit gefunden, einen Kaffee direkt am See trinken zu können 👍🏻
Lago Maggiore im Tessin
Arrivederci Ticino – Allegra Graubünden 🇨🇭
Nach einer wirklich schweißtreibenden und nervenaufreibenden Suche nach dem richtigen Einstieg in die Straße zum Lukmanierpass sind wir dort oben auf knapp 2.000 m tatsächlich noch angekommen – war aber auch nicht eindeutig zu finden im Straßengewirr von Bellinzona😳
Passo di Lucomagno – Lukmanierpass zwischen Tessin und Graubünden
Die Abfahrt nach Disentis ins Graubündner Land war noch einmal spektakulär und unheimlich kurvenreich 👍
In einem schönen Resort haben wir unsere Unterkunft für die Nacht bezogen 😊 und uns erst mal an das deutsch-schweizerische Preisniveau-Gefälle gewöhnen müssen 😳
Disentis/ Mustér
Hostel Catrina Disentis
Unser tägliches Abendritual – Stromversorgung von Kommunikation etc. sicherstellen geht uns schon in Fleisch und Blut über 😉. Morgen geht es das Rheintal Richtung Liechtenstein runter 🏍️ 🇱🇮
Tag 7
Graubünden🇨🇭 – Liechtenstein 🇱🇮 – Vorarlberg 🇦🇹
Der fängt etwas regnerisch, aber sehr lecker an…
Gesund kam danach 😇
Flugs das Moped gepackt und ab geht’s auf die Piste!
Unterwegs…
Du weißt, dass du in der Schweiz bist, wenn das große M blitzsauber ist und der Kaffee 10.- SF kostet😅
Kaffeegestärkt also weitergefahren und den St. Luzisteig hinauf in Richtung Liechtenstein 🇱🇮, wo wir doch prompt in den Nationalfeiertag hineinplatzten. Also nicht, dass das jetzt den Fürsten oder seine Gäste beeinträchtigt hätte – wir mussten halt über alle möglichen Schleichwege fahren😉
St. LuzisteigAdieu Schweiz 👋🏻Hoi Liechtenstein ✌🏼
Im letzten Akt haben wir uns dann auf die Autobahn 🛣️ gepackt und sind die finalen 80 km durch Vorarlberg und das Allgäu nach Hause gerollt.
Wo uns dann die letzten 10 km doch noch der angekündigte Regen 🌧️ erwischt hat 💦💦🤷🏼♂️
Und so sind wir dann nach 1.550 km wieder sicher zuhause angekommen 👍🏻
Es war schön, richtig schön und erholsam bei unseren europäischen Nachbarn in 🇫🇷 🇮🇹 🇨🇭 🇱🇮 🇦🇹
Danke an alle, die uns hier zuhause das Haus gehütet und uns Grüße aus Nah und Fern zukommen haben lassen😘