Rundfahrt durch das Allgäu – Oberbayern – Niederbayern – Böhmen – Tschechisches Bäderdreieck
Die ursprüngliche Idee hinter diesem Kurztrip war ja, dass uns unsere auf 2025 verschobene Deutschlandtour in den ersten beiden Tagen über Bayern ins tschechische Bäderdreieck führen sollte. Da sich ja nun Bernadettes Knie mit der Genesung noch etwas Zeit lässt und die neue BMW dann doch schon etwas mit den Hufen scharrte, habe ich mich dazu entschlossen, die ersten beiden Tage unserer Deutschlandtour auf deren Tauglichkeit zu überprüfen!
Gesagt getan, die Koffer gepackt und rauf aufs Moped…







Los ging also die Fahrt, die auch ein erster Stresstest für die Reisetauglichkeit der 1250er GS, die wir uns ja erst im Frühjahr angeschafft hatten, darstellen sollte.
Über die ersten kleinen Straßen aus Oberschwaben hinaus führte mich der Weg ins württembergische und bayerische Allgäu. So richtig hatte das Wetter noch nicht mitgemacht und nach dem Starnberger See fing es dann auch an zu tröpfeln – erst nur wenig… dann ließ es aber kräftig fallen. Gerade noch so konnte ich mich unter eine Unterführung retten.
Die Dusche hielt nicht lange an und so konnte ich meine Fahrt dann weiter fortsetzen. Ziel für den ersten Tourtag war Ampfing am Inn. Die letzten km führten mich noch durch Wasserburg mit seiner pitoresken Altstadt.
Die erste bescheidene Unterkunft stellte sich als motelähnliches Hotel dar – nicht schlecht, für den Preis angemessen. Allerdings nicht klimatisiert, was dem Komfort doch etwas Abstriche bescherte.




Der nächste Tag begann mit einer letzten kleine Regendusche, sollte meine Laune aber nicht weiter stören. Rauf auf den Bock und los ging´s zu einem ganz besonderen Ziel.






Ich hab´s mir nicht nehmen lassen, meine Fahrt nach Niederkaltenkirchen (Eberhofer-Fans wissen, wovon ich rede…), sprich Frontenhausen zu lenken. Bestens bekannt bei Fans der Eberhofer-Reihe von Rita Falk´s verfilmten Krimis. Mittlerweile ein Kultort für die Fangemeinde, war dort auch entsprechend viel Motorradvolk!





Der Weg führte mich dann weiter durch die niederbayerische Gurkenregion 🥒 (wusste ich bis dato auch nix davon) zur Fähre von Mariaposching. Die setzte mich dann für 2.- € über die Donau ans andere Ufer über. Von dort aus sah ich dann auch schon die Höhenzüge des Bayerischen Waldes, die ich dann in schönen Kurven auf allerlei kleinsten Sträßchen erkundete.



Und so erreichte ich nun am frühen Nachmittag die tschechische Grenze, die mich dann auch gleich mit einer Regendusche empfing. Kein Problem, rechtzeitig noch ne Unterstellmöglichkeit mit einem kurzen Mittagessen verbunden. Dabei habe ich doch tatsächlich einen Regensburger getroffen, der am Bodensee aufgewachsen nun schon seit 40 Jahren in Bayern lebt. Nach einem wirklich angenehmen Plausch verabschiedeten wir uns in verschiedene Richtungen und wünschten uns noch eine gute Reise.




Weiter ging die Fahrt auf wirklich herrlich einsamen kleinsten Sträßchen – dieser Teil der Streckenführung kann dann auch wirklich gerne so in der Tourendatei bleiben! Ein guter Indikator dafür, dass man bei seiner Streckenwahl alles richtig gemacht hat ist, dass einem nur noch einheimische Biker dort begegnen 👍🏻.




Letztendlich habe ich dann am späten Nachmittag mein Ziel in Marienbad erreicht. Als Bäderstadt ins Weltkulturerbe aufgenommen kann man sich immer noch am Charme vergangener Bäderarchitektur erfreuen. Damals zahlungskräftigem Adel und Geldadel vorbehalten. Heute nicht minder exklusiv, wenn man sich die schicken Hotels so anschaut.





So erreichte auch ich mein wirklich komfortables Hotel, anscheinend auch gerne noch von anderen Motorradfahrern genutzt und ließ den Abend gemütlich mit böhmischer Küche ausklingen.




Der nächste Morgen begann noch etwas bedeckt und frisch war es dazu noch, aber für eine Tour doch eigentlich ideal. Nicht zu heiß und angenehm blendfreies touren – so wünscht man sich das.
Die ersten beiden Tourtage unserer Deutschlandtour 2025 habe ich damit ausprobiert und in großen Teilen für gut befunden 🙂
Somit konnte ich mich dann wieder auf einen Rückweg machen, den ich dann in einem Rutsch durchfuhr. Einfach auch mal, um die Leistungsfähigkeit von mir und die der BMW zu testen. 460 km abseits großer Straßen hab ich dann an diesem Tag gemacht. Es ging erstaunlich gut, die GS ist bequem genug, mein Hintern hat´s auf jeden Fall so akzeptiert.


Die restlichen 250 km sind schnell erzählt… kurvig ging es dann wieder durch den Bayerischen Wald, an Regen und Naab vorbei in Richtung Altmühltal, Donauries und Bayerisch Schwaben nach Hause ins Oberschwäbische.





Fazit
So ging dann also diese knapp 1.100 km lange Tour sehr erfolgreich zu Ende. Die BMW macht das, was sie soll und dies auch noch sehr gut!
Das Fahrwerk kommt mit dem Gepäck bestens zurecht, wobei ich hier noch Optimierungsbedarf beim Platzangebot der Koffer sehe. Wenn ich denn die Innentaschen rausrechne, die einigen Platz verschenken, sollte das Volumen auch für zwei Personen ausreichend sein. Schließlich sind die Koffer ja abnehmbar.
Verbrauch hält sich mit 4,4 l/ 100 km sehr in Grenzen. Das adaptive Federbein ist eh über jeden Zweifel erhaben.
Die Navigation klappt dank der zuhause erarbeiteten Tourdateien sehr gut, der BMW Navigator VI hat keine Probleme mit Ghosting oder Ähnlichem. Und wenn man sich in Kurviger.de eingearbeitet hat, dann klappt’s auch mit dem Umfahren und Überspringen von Waypoints. In Verbindung mit der Lenkersteuerung kann ich damit tatsächlich während der Fahrt entspannt navigieren, schön mit alternativen Neuberechnungen und Waypoints spielen und muss nicht immer anhalten um zu korrigieren – eine wirkliche Erleichterung 👍🏻.
Mein Stresstest für die anstehende große Deutschlandrunde im nächsten Jahr mit eben jenem Abstecher nach Tschechien erfüllte dann auch wirklich alle Erwartungen und lässt mich entspannt darauf hoffen, dass das Bernadette genauso empfinden wird, wenn wir dann die Tour hierhin als Einstieg in unsere große Runde hoffentlich in 2025 in Angriff nehmen werden.
Kleine Sträßchen bei angenehmen Temperaturen…







Allerlei Interessantes auf und neben der Straße entdeckend, führte mich die letzten Kilometer wieder an die Grenze nach Deutschland. Noch schnell die günstigen Benzinpreise genutzt und schon war ich wieder in Richtung Heimat unterwegs.





