Tourenfahren und Spaß dabei… Wir fahren Motorrad, so wie tausende andere Menschen auch. Spaß am Fahren und an dem, was damit in Verbindung steht wollen wir hier teilen. Das heißt, dass wir unsere Eindrücke, die Freude an der Vorbereitung und der Realisierung der Touren unseren Freunden und Besuchern in diesem Blog näher bringen wollen – aus Spaß und ohne kommerziellen Gedanken! Viel Vergnügen…
Baden-Württemberg – Bayern – Tschechische Republik – Sachsen – Sachsen-Anhalt – Brandenburg – Berlin – Mecklenburg-Vorpommern – Polen – Schleswig-Holstein – Hamburg – Niedersachsen – Nordrhein-Westfalen – Hessen – Rheinland-Pfalz – Frankreich – Baden-Württemberg
🏍️ Deutschland mit dem Motorrad erfahren 🏍️
Eine große Runde durch Deutschland mit Abstechern in die Tschechische Republik, Polen und nach Frankreich – das war der Plan… und der ist auch aufgegangen!
Ein paar Eindrücke werden wir da sicher noch in den Blog einpflegen!
So sah sie aus, die Route…
Erst grob skizziert – dann fein herausgearbeitet ✏️📌📐📝
So haben wir‘s realisiert…
Wir hatten die gesamte Tour in einzelne Tagesabschnitte aufgeteilt. Das gab uns die Möglichkeit, das Navi mit Einzelrouten zu füttern, die man bei Bedarf auch schneller an Unwägbarkeiten anpassen kann. Kurvigerist dabei das Mittel der Wahl, damit bereiteten wir unsere Touren zuhause vor. Über das Tablet konnten wir bei Bedarf die Touren nachbearbeiten und vor Ort dann auch neu ins Navi aufspielen.
Uns ist schon klar gewesen, dass wir durch diese Art der Reise etwas festgelegter sein könnten, gerade was die Unterkünfte betrifft. Für diese Tour hatten wir für die 1. Woche die Unterkünfte vorausgebucht. In der 2. Woche waren wir in dieser Hinsicht etwas flexibler.
Wir hatten die Länge der Tagestouren so gestaltet, dass noch genug Zeit für Sehenswürdigkeiten, Pausen 🍰 🍮, Familien- und Freundesbesuche usw. übrig blieb. Ich denke, für uns als gemeinsam Reisende die optimale Wahl. So zwischen 220 – 350 km standen somit täglich mehr auf dem Kilometerzähler. Kleine und kleinste Straßen als auch die vielen Mittelgebirge drückten natürlich sehr die Durchschnittsgeschwindigkeit. Im Schnitt waren wir täglich 8 Stunden unterwegs und saßen dabei 250 km im Sattel… wir wollten Eindrücke sammeln und nicht den Iron Butt Award gewinnen 😁
13 Bundesländer, dazu mal kleinere und größere Abschnitte in Tschechien, Polen und Frankreich haben wir dabei unter die Räder genommen. Neues Erfahren, Altes aus der Erinnerung herausgeholt und dabei viele schöne Eindrücke mitgenommen.
Vergangenes aus 2024 und aktuelle Vorbereitung in 2025…
Nachdem wir in den letzten beiden Jahren jeweils einen Knieschaden hatten, werden wir nun in 2025 wieder durchzustarten!
Also die Krücken an den Nagel gehängt und den Fokus wieder auf das Motorradfahren gerichtet 💪🏼
Reichlich Trainingsrunden für die Knochen wurden im Frühjahr eingeschoben……und den einen oder anderen Ausrüstungsgegenstand sollten wir dabei auch noch besorgen……den hier beispielsweise 🪖
Modifikationen
An der Fahrerergonomie haben wir herumgetüftelt bis es passte 👍Packmöglichkeiten wurden erweitert …und dem Bike einen Self-Service gegönnt 🔧🪛🔩Klamotten sind nun auch wieder tourtauglich 💦👍
Recherchieren und Ausarbeiten am PC – genau mein Steckenpferd
Stilecht darf das Tour-Shirt dazu natürlich auch nicht fehlen…
Bedürfnislosigkeit ist der Schlüssel, um alles unter zu bekommen…😅
Aktualisierungen während der Reise…
Wir haben während unserer Reise immer versucht, abends die einzelnen Tourentage mit neuen Infos, Bildern und Eindrücken auszufüllen, um euch mit Aktualisierungen zeitnah auf dem Laufenden zu halten… 🎥 📸 📝
Tour 2025
Die Tour in Zahlen
15 Fahrtage durch 🇩🇪 – 🇨🇿 – 🇵🇱 – 🇫🇷
Tag 1 Oberschwaben – Inn-Salzach-Region
Tag 2 Inn-Salzach – Marienbad/ CZ
Tag 3 Marienbad/ CZ – Dresden
Tag 4 Dresden – Potsdam
Tag 5 Potsdam – Berlin – Neubrandenburg
Tag 6 Neubrandenburg – Westpommern/ PL – Stralsund
Tag 7 Stralsund – Wismarer Bucht
Tag 8 Wismarer Bucht – Dithmarschen
Tag 9 Dithmarschen – Hamburg – Lüneburger Heide
Tag 10 Lüneburger Heide – Schaumburger Land
Tag 11 Schaumburger Land – Münsterland
Tag 12 Münsterland – Lahn
Tag 13 Lahn – Rheinhessen & Nahetal
Tag 14 Rheinhessen & Nahetal – Vogesen/ F – Mittleres Oberrheintal
Tag 15 Mittleres Oberrheintal – Oberschwaben
Tag 1 – Oberschwaben (Baden-Württemberg) – Inn-Salzach (Bayern) 🇩🇪
Oberschwaben – Württembergisches & Bayerisches Allgäu – Bayerisches Alpenvorland – Münchner Schotterebene – Oberbayern – Isental – Marktl am Inn
Start der Tour bei uns zuhause in Oberschwaben. Der erste Fahrtag war auch gleichzeitig der Tag mit der längsten Strecke. Wir begannen unsere große Tour durch das Württembergische und Bayerische Allgäu, bekanntes Gefilde also. Mit der Fahrt in östl. Richtung durch das bayerische Alpenvorland schauten wir am Starnberger See vorbei, der erstaunlicherweise dem Freistaat gehört. Nach unserem 1. Familienbesuch in Oberbayern ging es dann weiter durch die Münchner Schotterebene und dem Inn entlang ins Isental und schließlich nach Marktl, Heimat des ehemaligen Papstes Benedikt XVI, in die Inn-Salzach-Region gehen. Dort haben wir uns dann eine Schlafstätte mit Biergarten 🍻 für unseren ersten Stopp ausgesucht.
1. Pause ☕️am Ammer- und Starnberger See die Hitze lässt allesIn diesigem Licht erscheinen bei 33 Grad… und kaum Schatten sind die Trinkpausen nötig und willkommen nachmittags sind wir dann am Inn angekommen – Marktl, die Papstgemeindeunser Balkon kurzfristig zur Trockenanlage umfunktioniertg‘scheitn Biergarten hat‘s auch bayerisch halt 😋…dieser erste Tag hat uns wirklich geschlaucht…
Den 2. Tag begannen wir mit der Anfahrt über Isar und Donau von Oberbayern nach Niederbayern beginnen. Über den Gäuboden fahrend, erreichten wir die Donau, wo wir mit der Fähre in Mariaposching übersetzten. Endlich tauchen wir in den Bayerischen Wald ein. Mit Überqueren der Grenze nach Tschechien fuhren wir den restlichen Tag weiter durch den wunderschönen Böhmerwald ins Egerland. Vorbei an Burgen und Kirchen, kleinen Ortschaften und vielen Ausblicken auf die Gipfel dieses grenzübergreifenden Mittelgebirges führte uns unser Weg dann nach Marienbad ins tschechische Bäderdreieck im Naturpark Kaiserwald, wo wir den Tag ausklingen ließen.
Geburtshaus des dt. Papstes Benedikt…über die Donau…in Mariaposching …per Fähre😍Auf geht’s in den Bayerischen Wald…wunderbare MotorradregionPause muss sein…um kleinere Schäden zu flicken …nachmittags in Tschechien 🇨🇿 😊😊…im BöhmerwaldTolle Hotels in Marienbad an den Kolonadenbeeindruckend KolonadeneingangImpressionen aus Marienbad…sehr touristisch…den Absacker am Abend hatten wir uns verdient!
Tag 3 der Tour führte uns den ganzen Tag durch den Kaiser- und Böhmerwald in Tschechien. Über die Höhenzüge des tschechischen Teils des Erzgebirges führte uns der Weg vorbei an der Talsperre Fláje weiter in Richtung tschechisch-deutsche Grenze. Zum Nachmittag sind wir dann aus Nordböhmen wieder hinüber auf die deutsche Seite nach Sachsen in das Osterzgebirge gewechselt. Nach unzähligen Höhenmetern cruisten wir dann schließlich über die Ausläufer der Sächsischen Schweiz zur Bobbahn nach Altenberg. Entlang des Flüsschen Müglitz fahrend, haben wir schließlich die sächsische Landeshauptstadt Dresden erreicht. Hitze und Berufsverkehr haben uns nochmals alles abverlangt! Den Abend widmeten wir uns dann der Altstadt und dem, was die Sachsen so zu bieten hatten.
Frühstücksgestärkt……ging es dann los…durch das…Teplatalvorbei an Burgen und Schlössern …über zahlreiche Hochebenen im BöhmerwaldKloster Valećeinsame Gegend dort… wunderbare Streckeunendlich weite Weizenfelder bei MastovStausee vor dem Industriemoloch ChomutovIndustriestadt…aber mit zauberhafter Altstadt…inclusive leckerer PauseRichtung Flajé-StauseeEinsamkeit auf 900 mFlajé-Stausee…beeindruckend zurück in D – in Sachsen nunAltenberger Bobbahn 😳…die letzten 50 km durch das „Zeitmesssertal“ …entlang der Müglitz nach Dresden!Abendprogramm in Dresden……bedeutet:Futtern im Yenidze 😊Kuppelrestaurant…na klar ein Tourihotspot…aber wenigstens mit guter KücheDresden by Night
Strecke: 251 km Fahrzeit: 7:00 h
Tag 4 – Dresden (Sachsen) – Potsdam (Brandenburg) 🇩🇪
Am 4. Tag verließen wir morgens die sächsische Residenz durch die Radeberger Vorstadt und das Preußische Viertel nach Schloss Moritzburg und schließlich in die Niederlausitz. Über den Fläming und das Teltower Land haben wir uns der Schwarzen Elster folgend einen Abstecher nach Sachsen-Anhalt nicht nehmen lassen. Schöne Grüße an die nette schweizer Familie, die wir bei unserer Mittagspause in Schönewalde kennengelernt haben👋🏻! Nachdem wir in nördlicher Richtung nach Brandenburg und weiter über einige historisch sehr interessante Städte wie Jüterbog, Treuenbrietzen und Beelitz fuhren, schwenkten wir in die Agglomeration Berlin nach Potsdam ein. Abends haben wir uns das kulturelle Angebot in Babelsberg nicht entgehen lassen.
Schloss MoritzburgBiotürme in Lauchhammerwillkommener Schatten in den zahlreichen Alleeneine der häufigen Trinkpausen heute viel Landwirtschaft in Brandenburg…einmal rein nach Sachsen-Anhalt……und dann auch wieder heraus…leckere Mittagspause in Schönewaldevorbei bei Bettina v. ArnimJüterbogTreuenbrietzenHuhu Sebastian Heilstätten Beelitzüber die Havel nach Caputh Babelsberg wir kommen
Strecke: 270 km Fahrzeit: 7:00 h
Tag 5 – Potsdam (Brandenburg) – Berlin (Land) – Neubrandenburg (Mecklenburg-Vorpommern) 🇩🇪
Potsdam – Berlin – Havelland – Prignitz – Ruppiner Land – Mark Brandenburg – Mecklenburgische Seenplatte – Neubrandenburg
Den 5. Tag der Tour starteten wir morgens in Potsdam mit einer kleinen „Stadtrundfahrt“ durch den berlinerischen und brandenburgischen Teil westlich und östlich der Glienicker Brücke. Vorbei am Haus der Wannseekonferenz, Schauplatz düsterster deutscher Geschichte und durch die luxuriösen Villengegenden am Heiligensee. Anschließend statteten wir Herrn von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland einen Besuch ab. Der Weg führte uns weiter durch Fontanes Mark Brandenburg. Über die Prignitz und das Ruppiner Land ging es weiter nach Mecklenburg-Vorpommern an die Mecklenburgische Seenplatte mit seiner tollen Natur. Unser 2. Familienbesuch auf der Tour führte uns zur Übernachtung in die schöne 4-Tore Stadt Neubrandenburg.
Studio Babelsberg …schon was los hier in der Medienstadt Glienicker Brücke Bridge of Spies…bei Herrn Jauch um die Eckedie ehemalige sowjetische Militärische SpionagezentraleSanssouci …im HavellandSchloss Ribbeck…den Birnbaum, den die meisten auswendig lernen mussten Ribbeck‘sBirnbaumnachfolgerkilometerlange Alleen in der Priegnitzkleinere Sträßchen gab’s heute nicht mehr dafür allerhand merkwürdiges 😳…und lustige Ortsnamen Die BMW stand über Nacht sicher bei Leah & Sebastian im Stall 👍die 4-Tore Stadthistorisch & modern zugleichNeubrandenburg am Tollensesee
Tourentag 6 war mit viel Natur ausgefüllt! Er entführte uns aus Neubrandenburg heraus weiter durch den Landkreis Mecklenburgische Seenplatte, den mit Abstand größten Landkreis in Deutschland, nach Anklam. Von dort aus überquerten wir den Peenestrom und gelangten schließlich zur Pommerschen Bucht und dort dann auf die Ostseeinsel Usedom, die einen kleinen polnischen Teil besitzt, wo wir unseren Tank nochmal auffüllten und die polnische Gastfreundschaft genossen. Über die Insel ging es weiter über Wolgast und Greifswald am gleichnamigen Bodden. Es war heute extrem heiß, die Straßen voller Touristen und zu allem Überfluss reihten sich genau dort die Umleitungen aneinander, wo wir unser heutiges Ausflugsprogramm nach Peenemünde geplant hatten. Ein Fischbrötchen am Fähranlieger nach Rügen sorgte für Entschädigung. Per Fähre über den Strelasund unternahmen wir noch einen Abstecher auf die größte der deutschen Inseln – Rügen. Über die Rügenbrücke ging es anschließend in die Hansestadt Stralsund, wo wir dort dann auch übernachteten.
FriedlandAnklamer HafenNette Stimmung am Hafen Willkommen auf Usedom Abstecher nach Polenim Greifswalder Hafen…kann man auch Schwaben antreffen Hafen Stahlbrode/ RügenfähreWat mutt dat muttRügenfähre Der StrelasundRügendamm nach Stralsund
Strecke: 245 km Fahrzeit: 8:00 h
Tag 7 – Stralsund (Mecklenburg-Vorpommern) – Wismarer Bucht (Mecklenburg-Vorpommern) 🇩🇪
Der 7. Tourentag führte uns den ganzen Tag entlang der Ostseeküste über die Darß-Zingster Boddenkette nach Rostock und Warnemünde. Von dort aus schlängelten wir uns durch die Boddenlandschaft auf die Insel Poel. Entlang der Mecklenburger Bucht und dem Salzhaff erreichten wir schließlich die Wismarer Bucht, wo wir uns im Seebad Zierow in einem schönen Hotel in Strandnähe einquartierten 🐟🐟.
Hafen in Stralsund …inclusive erster Regentropfen Boddenlandschaft vor dem DarßSeebad ZingstSeebrücke in Zingst…eine dieser typisch Zingster Haustüren…in Ahrenshoop hat es dann mächtig geregnet …aus der Not ne Tugend gemacht……und Fisch gefuttert Fähre Hohe Düne RostockRostocker KreuzfahrtterminalRiesenkastenWarnemünde tausende Touris passen in so ein „Mein Schiff“Gespensterwald in NienhagenTolle Steilküste …eigentlich nicht erlaubt 🚫 Erholung purInsel Poel am Hafen über das Salzhaff hinweg kann man Wismar erkennen die Schweinsbrücke in WismarNikolaikircheunser Ziel für heute – Zierowzu warme Ostseezu zweit Sanddorn satt hier oben👋🏻👋🏻leckerer Abendausklang mit perfekt zubereiteter Scholle👌🏻
Strecke: 225 km Fahrzeit: 7:00 h
Tag 8 – Wismarer Bucht (Mecklenburg-Vorpommern) – Dithmarschen (Schleswig-Holstein) 🇩🇪
Mit dem 8. Tag unserer Reise verabschiedeten wir uns nicht nur vom südlichsten Teil der Ostsee, sondern verließen nach einer knappen Woche dann auch wieder die neuen Bundesländer in Richtung Schleswig-Holstein. Entlang des Schweriner Sees nach Schwerin mit seinem tollen Schloss ging es dann nach Gadebusch, wo wir nicht nur Honeckers Schlafwagen bestaunen konnten, sondern auch mitten auf dem Marktplatz einen Einheimischen kennenlernen durften, der nur wenige Kilometer von uns zuhause entfernt aufwuchs. Die Fahrt ging weiter durch das Lauenburger Land nach Ratzeburg, der mit einer schönen historischen Altstadt um den Dom aufwarten konnte. Die Marzipanstadt Lübeck mit seinem Holstentor, empfing uns am Christopher Street Day mit stundenlanger Parade. Nach dieser demobedingten großen Pause fuhren wir anschließend einen großen Bogen durch das östliche Schleswig-Holstein. Wir streiften Wagrien und die Holsteinische Schweiz und fuhren durch die landwirtschaftlich geprägte Gegend am Plöner See. Anschließend fuhren wir durch das Holsteiner Auenland und die schleswig-holsteinischen Geestgebiete in Richtung Elbmarschen. Nach einer kurzen Fahrt mit der Fähre über den Nord-Ostsee-Kanal bei Hochdonn sind wir dann abends in der Region Dithmarschen in Sankt Michaelisdonn in einem Reiterhof angekommen.
… bei Manu im Schweriner Schlosssoo beeindruckend Gadebusch – unser Kennzeichen sorgt immer wieder für neugierige Nachfragen Honeckers Reisewagen im Museumsbahnhof Gadebusch…haben wir uns komfortabler vorgestellt Auf Wiedersehen Neue Bundesländerehemalige deutsch-deutsche GrenzeHallo Schleswig-Holstein im Lauenburger LandDomstadt Ratzeburg Holstentor in Lübeck CSD Lübeck Stadttraveder Eindruck trügt – tolles Motorradrevier in der Holsteinischen Schweiz Großer Plöner SeeWacken – das Mekka aller Metalheads🤘🏻über den Nord-Ostsee-Kanal…Mit der Fähre Hochdonn…Seitenwinderschöpft, aber glücklichWasserstraße 🚢⛴️🛳️🛥️…endlich in der Region Dithmarschen…unsere Aufkleber blieben nicht unbemerkt 😅😎👋🏻
Der 9. Tag der Tour brachte uns morgens vom tiefsten Punkt in Deutschland bis ans Wattenmeer bei Friedrichskoog. Durch die Elbmarschen weiter ging’s anschließend weiter nach Glückstadt, wo wir per Fähre über die kilometerbreite Elbe nach Niedersachsen übersetzten. Von dort aus fuhren wir mit zahlreichen anderen Motorradfahrern stromaufwärts weiter über Stade und an Buxtehude vorbei ins Alte Land mit seinen weitläufigen Apfelplantagen. Es war Sonntag und der bekannte Motorradtreffpunkt auf Fähranleger in Lühe war heillos überfüllt, war aber trotzdem nett. Der Weg führte uns anschließend die Süderelbe entlang über die verkehrslose Köhlbrandbrücke (gab´s das jemals??) in den Hamburger Hafen. Nach einem Abstecher vorbei am Airbusgelände ging es durch das weitläufige Hafengebiet zum Alten Elbtunnel. Danach wollten wir noch weiter in die City. Ein Radrennen machte uns und etlichen anderen Besuchern der Hafencity einen Strich durch die Rechnung. Also Rolle rückwärts und dem Stau entflohen ging es dann weiter aus der Hansemetropole hinaus durch die Harburger Berge in Richtung Buchholz. Am Rande der Lüneburger Heide übernachteten wir in einem der zahlreichen Landgasthöfe.
Moin aus DithmarschenDeichlandSalzwiesen im Wattenmeer 🦭🦭🦭die zahlreichen Fleethe……bei Marne alles topfebenHafenfähre Brunsbüttel Tiefster Landpunkt in 🇩🇪 tatsächlich -3,54 mentlang der Wilsterau direkt mal kurvenreich Störmündung in die ElbeWarten auf die Elbfähre nach Wischhafen als Autofahrer wartet man Sonntags heute ewig!…über die Elbe in 30 minTolle Höfe im Alten LandMotorradtreff am Fähranleger in Lühe Pötte gucken am Elbdeich Äpfel satt im Alten Land 🍏🍏🍏QM2 im Hamburger HafenElbphilharmonieSt. Pauli Landungsbrücken
Strecke: 230 km Fahrzeit: 9:00 h
Tag 10 – Lüneburger Heide (Niedersachsen) – Schaumburger Land (Niedersachsen) 🇩🇪
Lüneburger Heide – Steinhuder Meer – Schaumburger Land – Mittelweser
Der 10. Tag der Tour führte uns zuerst kreuz und quer durch die Lüneburger Heide. Mittags schwenkten wir dann in südliche Richtung ein. Durch die Norddeutsche Tiefebene fahrend, bei der auf unserer Route zum ersten Mal etwas Langeweile aufkam, da es wirklich sehr strukturarm war, hangelten wir uns von Trinkpause zu Trinkpause bei wirklich heißem Wetter. Nichtsdestotrotz haben wir das Beste daraus gemacht, uns die schönen Häuser entlang der Route angeschaut und uns ein bisschen übers Interkom verquasselt 😊. Zwischen Lüneburger Heide und Mittelweser lag ja noch das Steinhuder Meer. Auch dort haben wir noch ein traditionelles Fischbrötchen gegessen und uns unsere Beine an der Uferpromenade ausgestreckt. An der Mittelweser angekommen, bezogen wir in der Nähe von Rinteln unsere bezaubernde Hobbitwohnung ❗️< 2 m RH war für große Menschen schon ne Herausforderung ❗️
auf geht’s in die Lüneburger Heidewir haben Glück – die Blüte hat schon eingesetzt andere Regionen – andere Schilder 😊wieder ein wolkenloser Himmel heute …Weselaner gibts hier auch!2. Frühstück zu Dorfpreisen von vor 20 Jahren 😳Naturwunder Timmerloher Alleedie Heideblühte setzte gerade ein ganz tolles Farbspielunbedingt schützenswertNorddeutsche Tiefebene Trinkpause im niedersächsischen Irgendwodas Weserbergland am Horizont Steinhuder Meer Tourentagtaugliches Fischbrötchen unsere Hobbitwohnung für die Nacht ❣️
Strecke: 230 km Fahrzeit: 7:00 h
Tag 11 – Schaumburger Land (Niedersachsen) – Münster (Nordrhein-Westfalen) 🇩🇪
Schaumburger Land – Calenberger Land – Deister – Hameln – Weserbergland – Teutoburger Wald – Ostwestfalen-Lippe – Münsterland
Von den Ufern der Weser brachte uns unser Weg am 11. Tag zuerst durch das Calenberger Land. Über den Deister, wo es die ersten Kehren seit etlichen Tagen zu bezwingen galt, fuhren wir hinunter in die Rattenfängerstadt Hameln, wo wir eine nette Begegnung in einem Antiquariat hatten. Anschließend ging es für uns weiter in das herrliche Motorradrevier des Weserberglandes. Etliche Kurven später sahen wir dann bereits die Externsteine und Hermann den Cherusker auf seinem Denkmal im Teutoburger Wald. Durch Ostwestfalen-Lippe fahrend ging es dann bei heißem Wetter für uns weiter ins Münsterland zum nächsten Familienbesuch. Für die kommenden Tage wird das Münsterland unser erholsamer Zwischenstopp sein.
Im Calenberger LandSchaumburger LandUnschwer……zu erkennen…die RattenfängerstadtHameln nette Leute hieralles dreht sich um den FlötenspielerTolles Schloss Hämelschenburgdie Externsteine bei Detmoldbeeindruckende FelsenlandschaftIm Teutoburger Wald 🌳 ein Besuch bei Hermann dem Cherusker durfte da natürlich auch nicht fehlenden Tag beendeten wir im Münsterland …gerade auch darum ist alles eine Reise wert!
Strecke: 280 km Fahrzeit: 9:00 h
Off-Days in Münster
Die kommenden Tage nutzten wir für die Pflege und zur Erholung von Mensch und Maschine 😊
🏍️ ➡️ 🧼 – 🙍🏻♀️ ➡️ 💈✂️
Update bei Pflege……und FußrastenFrisurenupdate……in Bernadettes alter Heimat
Tag 12 – Münster (Nordrhein-Westfalen) – Lahn (Hessen) 🇩🇪
Westfalen – Ruhrgebiet – Sauer- u. Siegerland – Rothaargebirge – Wittgensteiner Land – Gladenbacher Bergland – Marburg a. d. Lahn
Der 12. Tourentag führte uns aus dem Münsterland heraus. Traditionell fuhren wir noch beim Schloss Nordkirchen vorbei, wo unsere gemeinsame Geschichte begonnen hatte. Durch Lünen an der Lippe fahrend, besuchten wir die größte Stadt des Ruhrgebiets – Dortmund. Weiter durch das östliche Ruhrgebiet entlang des Mittellaufs der Ruhr ging es dann über Iserlohn aus dem Märkischen Kreis heraus hinauf in die Mittelgebirgsregionen des Sauer- und Siegerlandes. Die Temperaturen, die uns dort empfingen, waren so gar nicht mehr das, was uns die letzten Wochen begleitete. Unser Weg brachte uns durch viel Wald hinein in das Rothaargebirge, das Wittgensteiner Land sowie das Gladenbacher Bergland hinunter in das Dreiländereck NRW – Rheinland-Pfalz – Hessen. Schnell noch etwas zu Futtern eingekauft, da wir an diesem Abend in einer Ferienwohnung an der Lahn den Tag mit leckerem Essen beenden wollten.
Schlossallee in NordkirchenSchloss NordkirchenMemoriesLibellenteich am SchlossPersiluhr in Lünen Lanstroper Ei 🥚 Die Route derIndustriekulturWillkommen in der StadtdesewigenBayernverfolgersim Rothaargebirgedie 3.000 auf der Tour sind beinahe vollbrachtIns Sauerland bei frischen TemperaturenRhein-Weser-Turm…ab jetzt in Hessen unterwegs das Wittgensteiner Land ist auch ein tolles Motorradrevier
Diesen Tag hatten wir zum größten Teil Hessen gewidmet. Entlang der Lahn brachte uns der 13. Tag auf dem Motorrad durch das Gladenbacher Bergland in ein weiteres Mittelgebirge – den Taunus. Wir setzten unsere Familienbesuchstour in Idstein am Fuße des Feldbergs fort und orientierten uns dann in Richtung Rhein. Das Wispertal, sehr bekannt bei Bikern für seine kurvenreiche Strecke, brachte uns durch das Rheingaugebirge weiter hinunter nach Rüdesheim und Bingen mit seiner tollen Geschichte über die Hl. Hildegard. Den Rhein per Fähre querend nun in Rheinland-Pfalz, setzten wir unseren weiteren Weg durch diese herrliche Weinregion ins Nahetal fort, um dort mit Freunden alte Erinnerungen aufleben zu lassen.
Elisabethenkirche in Marburg …entlang der LahnAartalseeWetzlar Feldberg i. TaunusIdsteinWispertal tolles MotorradrevierAbtei St. Hildegard in Rüdesheim Rheinfähre Rüdesheim – BingenBingenMittelrheintal…bei unseren Freunden an der Nahe…einfach zum Wohlfühlen hier…
Dieser 14. Tag der Tour brachte uns von der Nahe vorbei am Donnersberg und durch das Pfälzer Bergland in die Fußballstadt Kaiserslautern. Wunderschöne Kurven leiten uns abseits der B 48 hinauf in den Pfälzer Wald mit seinem bekannten Motorradtreff am Johanniskreuz. Weiter ging´s dann durch das Dahner Felsenland und den Wasgau, der sich für uns als das perfekte Motorradrevier auf der gesamten Tour darstellte. Unser Weg führt uns schließlich wieder hoch in die luftigen Höhen der Nordvogesen nach Frankreich. Selbstredend mit einer Einkehr zum Flammkuchen essen 😋. Einige Kilometer fuhren wir entlang der geschichtsträchtigen Maginot-Linie durch das Hochwaldmassiv. Von dort aus ging es dann wieder stetig hinunter in die französische Rheinebene. Über den Rhein setzten wir dann mit der Fähre zurück nach Baden-Württemberg ins Mittlere Oberrheintal über, wo wir den Abend in der Ortenau in einer liebgewordenen Kneipe 🍻 ausklingen lassen werden.
Abschied von unseren Freunden an der NaheNahetal…über den GlanPfälzer Bergland Abteikirche OtterbergDer „Betze“ in Kaiserslautern 11 Freunde müsst ihr sein!Motorradtreff am JohanniskreuzAusblick am Hermersbergerhof 👍🏻…wirklich einsam auf den kleinen Pfaden durch den Pfälzer Wald 🌳 in Dahner Felsenlandder Wasgau – unser perfektes Motorradrevier 👍🏻👍🏻Grenze nach 🇫🇷 im Litschbachtalder Maginot-Linie entlang…nette Aubergemit leckerem Flammkuchen…von den Vogesen……geht der Blick schon Richtung Schwarzwald 🌲durch die schönen Städtchen im Elsass führt uns der Weg zur Fähre …die uns über den Rhein in die Ortenau brachte Mission Completed – Liebe Grüße an dich Sibel 🤗
Strecke: 240 km Fahrzeit: 7:30 h
Tag 15 – Rheinebene (Mittleres Oberrheintal) – Oberschwaben (Baden-Württemberg) 🇩🇪
Unser 15. und letzter Tag 😢. Die kurvenreiche Fahrt aus der Rheinebene hoch in den Schwarzwald belohnte uns oben angekommen mit einem fantastischen Panorama, dass über den Rhein bis in die Vogesen reichte! Über kleinste verschlungene Pfade durch zahllose Täler führte uns der Weg bis in die alte Reichsstadt Rottweil, ins Neckartal zu Deutschlands höchstem Aussichtsturm, dem TK-Elevator Testturm, den wir uns am heutigen Tag leider nur von unten anschauen konnten. Weiter über den Heuberg auf der Schwäbischen Alb, das Bära- und Donautal sowie durch Hohenzollern brachten uns die letzten Straßenkilometer wieder zurück nach Oberschwaben.
Auf Bald in der Zwetschgenstadt BühlBlick zurück ins RheintalPhantastischer Schwarzwaldtolle Kurverei über kleinste einsame Sträßchender Heuberg im Tuttlinger Raumder TK-Testturm in Rottweil …über das Bäratal……ins sagenumwobene…DonautalKnopfmacherfelsen bei Beuron…kurvenreich durch Hohenzollern…unser Endziel in Oberschwaben…das war‘s 😃💪🏼
Fast 4.000 Straßenkilometer und mehr als 50.000 Höhenmeter sind es letztlich geworden. 15 Fahrtage haben wir dafür aufgewendet. So war sie also, unsere Tour😊 Die meisten Kurven haben uns ein Lächeln ins Gesicht gezaubert, kritische Situationen hielten sich in Grenzen – wir sind wieder heil zuhause angekommen! Vor allen Dingen waren es die Begegnungen mit den Menschen in den unterschiedlichsten Orten und Regionen, die diese Reise für uns zu einem Erfolg werden ließen!
Unser Grundgerüst passte, bestimmt finden wir noch Dinge, die wir für unsere nächsten Unternehmungen verbessern können. Freut euch auf die Ideen, die da noch kommen… das nächste Projekt steht schon in der Pipeline 😃📝
Liebe Grüße Bernadette & hp
Wenn Ihr möchtet, hinterlasst uns einen kleinen Like, oder schreibt uns einen Kommentar! Vielen lieben Dank 😊
Unser neuestes Projekt nimmt so langsam Gestalt an…
Nach der vergangenen tollen Deutschland-Tour 2025 werden wir uns nun wieder ins Ausland begeben um uns zumindest schon einmal planerisch einem Ausschnitt von Europas Südosten nähern 😃
Slowenien und Kroatien haben wir uns für 2026 auf die Fahnen geschrieben!
Und da ja bekanntlich der Weg das Ziel ist, werden wir versuchen uns auch abseits der üblichen Motorradschnellwege zu bewegen… sprich, über kleine und kleinste Strecken versuchen wir uns bis zur Adria durchzuschlagen 🙃
Wir stecken aktuell mitten in der Planung – Kurviger glüht und die Recherchen schreiten zügig voran 💪🏻
Über die Alpen bis ans Meer…
🇩🇪 🇦🇹 🇮🇹 🇸🇮 🇭🇷
Übersicht – Gesamttour
5 Länder – 3000 km – August 2026
Deutschland – Österreich – Italien – Slowenien – Kroatien
16 Tage durch einige der beeindruckendsten Naturräume Europas
Rundfahrt durch das Allgäu – Oberbayern – Niederbayern – Böhmen – Tschechisches Bäderdreieck
Die ursprüngliche Idee hinter diesem Kurztrip war ja, dass uns unsere auf 2025 verschobene Deutschlandtour in den ersten beiden Tagen über Bayern ins tschechische Bäderdreieck führen sollte. Da sich ja nun Bernadettes Knie mit der Genesung noch etwas Zeit lässt und die neue BMW dann doch schon etwas mit den Hufen scharrte, habe ich mich dazu entschlossen, die ersten beiden Tage unserer Deutschlandtour auf deren Tauglichkeit zu überprüfen!
Gesagt getan, die Koffer gepackt und rauf aufs Moped…
Los ging also die Fahrt, die auch ein erster Stresstest für die Reisetauglichkeit der 1250er GS, die wir uns ja erst im Frühjahr angeschafft hatten, darstellen sollte.
Über die ersten kleinen Straßen aus Oberschwaben hinaus führte mich der Weg ins württembergische und bayerische Allgäu. So richtig hatte das Wetter noch nicht mitgemacht und nach dem Starnberger See fing es dann auch an zu tröpfeln – erst nur wenig… dann ließ es aber kräftig fallen. Gerade noch so konnte ich mich unter eine Unterführung retten.
Die Dusche hielt nicht lange an und so konnte ich meine Fahrt dann weiter fortsetzen. Ziel für den ersten Tourtag war Ampfing am Inn. Die letzten km führten mich noch durch Wasserburg mit seiner pitoresken Altstadt.
Die erste bescheidene Unterkunft stellte sich als motelähnliches Hotel dar – nicht schlecht, für den Preis angemessen. Allerdings nicht klimatisiert, was dem Komfort doch etwas Abstriche bescherte.
Tourtag 1
Der nächste Tag begann mit einer letzten kleine Regendusche, sollte meine Laune aber nicht weiter stören. Rauf auf den Bock und los ging´s zu einem ganz besonderen Ziel.
Erst einmal Frühstücken in Neumarkt – St. Veit
Ich hab´s mir nicht nehmen lassen, meine Fahrt nach Niederkaltenkirchen (Eberhofer-Fans wissen, wovon ich rede…), sprich Frontenhausen zu lenken. Bestens bekannt bei Fans der Eberhofer-Reihe von Rita Falk´s verfilmten Krimis. Mittlerweile ein Kultort für die Fangemeinde, war dort auch entsprechend viel Motorradvolk!
Der Weg führte mich dann weiter durch die niederbayerische Gurkenregion 🥒 (wusste ich bis dato auch nix davon) zur Fähre von Mariaposching. Die setzte mich dann für 2.- € über die Donau ans andere Ufer über. Von dort aus sah ich dann auch schon die Höhenzüge des Bayerischen Waldes, die ich dann in schönen Kurven auf allerlei kleinsten Sträßchen erkundete.
Und so erreichte ich nun am frühen Nachmittag die tschechische Grenze, die mich dann auch gleich mit einer Regendusche empfing. Kein Problem, rechtzeitig noch ne Unterstellmöglichkeit mit einem kurzen Mittagessen verbunden. Dabei habe ich doch tatsächlich einen Regensburger getroffen, der am Bodensee aufgewachsen nun schon seit 40 Jahren in Bayern lebt. Nach einem wirklich angenehmen Plausch verabschiedeten wir uns in verschiedene Richtungen und wünschten uns noch eine gute Reise.
Weiter ging die Fahrt auf wirklich herrlich einsamen kleinsten Sträßchen – dieser Teil der Streckenführung kann dann auch wirklich gerne so in der Tourendatei bleiben! Ein guter Indikator dafür, dass man bei seiner Streckenwahl alles richtig gemacht hat ist, dass einem nur noch einheimische Biker dort begegnen 👍🏻.
Letztendlich habe ich dann am späten Nachmittag mein Ziel in Marienbad erreicht. Als Bäderstadt ins Weltkulturerbe aufgenommen kann man sich immer noch am Charme vergangener Bäderarchitektur erfreuen. Damals zahlungskräftigem Adel und Geldadel vorbehalten. Heute nicht minder exklusiv, wenn man sich die schicken Hotels so anschaut.
So erreichte auch ich mein wirklich komfortables Hotel, anscheinend auch gerne noch von anderen Motorradfahrern genutzt und ließ den Abend gemütlich mit böhmischer Küche ausklingen.
Der nächste Morgen begann noch etwas bedeckt und frisch war es dazu noch, aber für eine Tour doch eigentlich ideal. Nicht zu heiß und angenehm blendfreies touren – so wünscht man sich das.
Tourtag 2
Die ersten beiden Tourtage unserer Deutschlandtour 2025 habe ich damit ausprobiert und in großen Teilen für gut befunden 🙂
Somit konnte ich mich dann wieder auf einen Rückweg machen, den ich dann in einem Rutsch durchfuhr. Einfach auch mal, um die Leistungsfähigkeit von mir und die der BMW zu testen. 460 km abseits großer Straßen hab ich dann an diesem Tag gemacht. Es ging erstaunlich gut, die GS ist bequem genug, mein Hintern hat´s auf jeden Fall so akzeptiert.
Die restlichen 250 km sind schnell erzählt… kurvig ging es dann wieder durch den Bayerischen Wald, an Regen und Naab vorbei in Richtung Altmühltal, Donauries und Bayerisch Schwaben nach Hause ins Oberschwäbische.
Tourtag 3
Fazit
So ging dann also diese knapp 1.100 km lange Tour sehr erfolgreich zu Ende. Die BMW macht das, was sie soll und dies auch noch sehr gut!
Das Fahrwerk kommt mit dem Gepäck bestens zurecht, wobei ich hier noch Optimierungsbedarf beim Platzangebot der Koffer sehe. Wenn ich denn die Innentaschen rausrechne, die einigen Platz verschenken, sollte das Volumen auch für zwei Personen ausreichend sein. Schließlich sind die Koffer ja abnehmbar.
Verbrauch hält sich mit 4,4 l/ 100 km sehr in Grenzen. Das adaptive Federbein ist eh über jeden Zweifel erhaben.
Die Navigation klappt dank der zuhause erarbeiteten Tourdateien sehr gut, der BMW Navigator VI hat keine Probleme mit Ghosting oder Ähnlichem. Und wenn man sich in Kurviger.de eingearbeitet hat, dann klappt’s auch mit dem Umfahren und Überspringen von Waypoints. In Verbindung mit der Lenkersteuerung kann ich damit tatsächlich während der Fahrt entspannt navigieren, schön mit alternativen Neuberechnungen und Waypoints spielen und muss nicht immer anhalten um zu korrigieren – eine wirkliche Erleichterung 👍🏻.
Mein Stresstest für die anstehende große Deutschlandrunde im nächsten Jahr mit eben jenem Abstecher nach Tschechien erfüllte dann auch wirklich alle Erwartungen und lässt mich entspannt darauf hoffen, dass das Bernadette genauso empfinden wird, wenn wir dann die Tour hierhin als Einstieg in unsere große Runde hoffentlich in 2025 in Angriff nehmen werden.
Kleine Sträßchen bei angenehmen Temperaturen…
Allerlei Interessantes auf und neben der Straße entdeckend, führte mich die letzten Kilometer wieder an die Grenze nach Deutschland. Noch schnell die günstigen Benzinpreise genutzt und schon war ich wieder in Richtung Heimat unterwegs.
Die letzten Tage im September versprachen noch einmal reichlich Plusgrade. Kurzentschlossen waren flugs die Klamotten gepackt und die Tour nach Österreich geplant!
Also nix wie rauf auf die GS.
Die ersten Kilometer führten uns ins nahe württembergische Allgäu, dort wo alles schon ein bisschen nach Bayern riecht. Insbesondere der Kaffeeduft einer nahen Hotelterrasse in Eglofs hatte es uns angetan…
Von hier aus konnte man über das Eglofstal hinaus bereits in den bayerischen Teil des Allgäus blicken…
Schnell führte uns die Straße weiter über das Oberjoch und das Tannheimer Tal hinunter ins schöne Lechtal. Nicht wenige Motorradfahrer sind verwundert, wenn sie plötzlich wie hier in Stanzach vor den Lautstärkebeschränkungen stehen, die seit ein paar Jahren die Flut an Lärmwütigen, die es leider auch unter den Motorradfahrern gibt, einzudämmen zu versuchen.
Nach ner weiteren Kaffeerunde ging es gegen Mittag dann aus dem Lechtal heraus über die wirklich schöne L 72 aufs Hahntennjoch hinauf. Man sollte sich vorher immer zeitnah erkundigen, ob nicht wieder mal ein Murenabgang auf der Abfahrt nach Imst ein Weiterkommen auch tatsächlich möglich macht.
Unser Hotel in Ischgl empfing uns dann am späten Nachmittag mit einem schönen Zimmer, sehr netten Hotelbetreibern und ein wenig Trubel in der Zwischensaison – im Winter steppt hier der Bär!
… hier zum Beispiel bekanntermaßen ziemlich heftig!!
Ein wenig gaben wir uns noch dem Trubel im Ort hin und beschlossen mit einem Abendessen und ortsüblichen Getränken den Abend.
Der nächste Tag empfing uns dann mit herrlichem Wetter und einem tollen Frühstück. Zeitig machten wir uns dann auch auf den Weg zum Silvretta Stausee.
Der frühe Vogel fängt den Wurm – so früh am Tag war noch nicht sehr viel los und wir konnten die herrlichen Kehren über Galtür und Gaschurn hinauf zum Stausee und gleichermaßen spektakulär hinunter ins Montafon genießen!
Im Hotelpreis inbegriffen war da bereits das Ticket für die mautpflichtige Silvretta-Hochalpenstraße
Oben angekommen. am Silvretta Stausee…
Die Abfahrt ins Montafon war spektakulär. Wie gut wir zeitlich kalkuliert hatten zeigte uns die Karawane an Oldtimern, Motorrädern, Wohnmobilen etc., die uns dann entgegenkam.
Reichlich unspektakulär, dafür aber nicht minder kurvenreich ging für uns der Tag dann nach herrlicher Fahrt über das Faschinajoch und den Bregenzer Wald am Abend wieder in Oberschwaben zu Ende – schön war´s wieder mal in Österreich.
Nachdem ja unsere Deutschlandtour 2023 ins sprichwörtliche Wasser gefallen ist, werden wir uns wohl oder übel einen trockeneren Teil Europas für unsere Tour aussuchen müssen. Also flugs den Wetterdienst bemüht und in Frankreich und Italien fündig geworden. Unsere eigentliche Urlaubstour hat sich also dramatisch verändert – wir machen das Beste daraus und werden uns nun also mal die französischen und italienischen Gefilde anschauen. Mal schauen, wie es uns und euch gefällt! Wir werden euch auf dem Laufenden halten und uns immer wieder mal während der „geplanten“ Tage mit Bildern und Eindrücken melden.
Also… lasst uns einfach mal ohne große Recherche und Planung drauflosfahren!
Vorfreude
So wird sie denn nun aussehen, unsere Alternativtour… am 9. August geht es los 🏍️
Wir werden uns also in die französischen Alpen aufmachen. Genauer gesagt in die Bourgogne, Auvergne, Rhóne-Alpes und Provence-Alpes. Anschließend geht’s durch die Seealpen rüber in das Piemont und die Lombardei. Am Lago Maggiore vorbei geht es dann über den Alpenhauptkamm zurück nach Hause.
Tag 1
Auf nach Frankreich
Hegau
Die ersten Kilometer sind abgespult und Richtung Schwarzwald wird das Wetter nun zunehmend besser 👍🏻
Und irgendwie war der gesamte Schwarzwald eine Baustelle. Durch das Münstertal ging auch nix… also dann doch in Freiburg auf die Autobahn. Auf geht’s nach Belfort in die Bourgogne.
Bienvenue à Belfort
Tag 2
Durch die Bourgogne
Wir starten heute bei wolkenlosen Himmel in Belfort und fahren hinein in eine wundervolle Landschaft. Sanfte Hügel und wenige Dörfer auf dem Weg begleiten uns.
Durch das Jura und die Regionen Auvergne und Rhône-Alpes
Stellenweise wurde es ganz schön einsam unterwegs. Die Regionen sind bis auf vereinzelte Städte und in die Landschaft gestreute Dörfer kaum besiedelt😊 Ein ganz tolles Gefühl stellt sich ein. Erinnert alles etwas an eine Mischung aus Donautal und Allgäu 👍🏻🇫🇷
Unser Berggasthof in Cerdon 👌🏻
Hotel Le Grand Dehors 01 in Cerdon
Wunderschön gelegen in der Hügellandschaft oberhalb von Cerdon auf 800 m NN. Man kommt hier nur über einen kleinen geschotterten Weg in kilometerlanger Fahrt herauf! Ganz tolle Gastgeber haben uns hier empfangen. Mit Händen und Füßen, sowie einem Mischmasch aus 🇩🇪 🇫🇷 und 🇬🇧 klappt es ganz gut mit der Verständigung 😊.
Den Abend rundete ein wundervolles Essen im Garten ab. Wie man es aus Frankreich kennt – eine lange Tafel, Wein und leckeres Essen. Dazu schöne Gespräche und tolle Tipps von 2 total netten Motorradkollegen aus dem Elsass 🇫🇷👌🏻
Tag 3
Kurz entschlossen haben wir jetzt noch einen Tag in unserer wunderbaren Unterkunft drangehängt 😊 Den heutigen Tag haben wir mit ner kleineren Tour durch die phantastische Bergwelt begonnen. Den Canyon rauf und runter. Wildwechsel sollte man ernsthaft wahrnehmen – uns ist doch tatsächlich eine Gämse 🐐 vor das Motorrad gehüpft 😳… aber alles gut gegangen 👍🏻
Canyon und Plateau Hauteville
Tag 4
Heute werden wir den Blick in Richtung Seealpen und das Piemont richten. Am Lac de Bourget und über Chambéry werden wir in die Seealpen einsteigen um unseren nächsten Zwischenstopp am Fuße des Mont Cenis anzusteuern. Die wirklich zunehmend angespannte Hotelsituation hat uns zu diesem Schwenk „gezwungen“ – so fahren wir denn nun etwas nördlicher als geplant in die französisch-italienische Grenzregion😊.
Aufbruch in einen neuen Tag 🇫🇷merci beaucoup à vous deux 🤗
Es wird zunehmend wärmer. Trinkpause im Tal der Rhône💦
Den Eidechsen ist es auch zu heiß 🥵
Pizza – Conection 😂
Kleine Anekdote am Rande… Nach dem Mittagessen: „Wie viel hast du bezahlt?“ „Wieso ich?? Hast du nicht bezahlt, als ich auf der Toilette war?!“ „Nö, ich dachte, als ich auf der Toilette war hast du bezahlt!“ Also nochmal umgedreht und zurück zur Pizzeria gefahren um zu bezahlen 🏍️…💰🤷🏼♂️😂
Col du Mont Cenis
Eine wunderbare Fahrt über unzählige Kurven führte uns aus dem heißen Tal auf knapp 2100 m herauf – tolle Aussicht hier oben👍🏻 Ich war schon ewig nicht mehr in dieser Gegend. Assietta-Kammstraße und l’Iseran sind echt schon zulange her🙄
Col de Mont CenisLanslevillard – Val-CenisStandesgemäß im Motorradhotel Napoleon in Susa 👍🏻Susa
Tag 5
Vom heutigen Tag gibt’s bis dato noch nicht so viel zu berichten… Wir sind auf dem Weg nach Vercelli in der Weinregion Asti 🍷 angekommen und geben uns der norditalienischen Kulinarik hin. Ein schönes Restaurant hatte in der Altstadt unweit des Palazzo Mazzeti offen 😊
Altstadt von Asti
Hügelland bei Asti und Reis in der Poebene
Nachdem wir die schöne Altstadt von Asti hinter uns gelassen haben, steuerten wir durch die doch schon sehr verdorrte Hügellandschaft bei Asti letztendlich die Poebene an. Die Auswirkungen von fehlendem Regen sind beim Blick in den Po deutlich zu sehen😳
Hügelland bei Asti – sehr viel LandwirtschaftDer Po – d e r Fluss Italiens
Mit Überqueren des kaum Wasser führenden Po ändert sich die Landschaft – Reisanbau dominiert nun die Landschaft. Der Reis scheint hier etappenweise angebaut zu werden. Wir haben auf den Feldern alle Reifestufen ausmachen können. Allen gleich ist der unvergleichliche Duft von Reis, der hier in der Luft liegt😋
Reisanbau in der Poebene bei Vercelli
Unsere Unterkunft für heute – Tenuta Aranuova in Vercelli
Lehrbauernhof der seinen Namen von einem römischen Opferaltars hat. Jahrhundertealte Tradition gepaart mit neuesten Innovationen gehen hier Hand in Hand – wir sind sehr beeindruckt und fühlen uns hier sauwohl und entspannen im Pool 💦
Kapelle für die Arbeiter auf dem HofgutHotel Tenuta Aranuova in Vercelli
Vercelli stellt auch gleichzeitig den Wendepunkt unserer Tour dar – von hier aus geht es nun langsam aber sicher wieder Richtig Heimat 🏍️
Tag 6
Der Tag begann mit reichhaltigem Frühstück 😋 und mit einer Überraschung – und das in zweierlei Hinsicht.
1. hat es in der Nacht heftig gewittert, davon haben wir aber nichts mitbekommen. Spricht für den guten Schlaf hier☺️
2. bekamen wir am Morgen Besuch von einer der 3 Hofkatzen 🐱
Lago Maggiore
Wer hätte das gedacht?! Am furchtbar überlaufenen Lago ein Gelegenheit gefunden, einen Kaffee direkt am See trinken zu können 👍🏻
Lago Maggiore im Tessin
Arrivederci Ticino – Allegra Graubünden 🇨🇭
Nach einer wirklich schweißtreibenden und nervenaufreibenden Suche nach dem richtigen Einstieg in die Straße zum Lukmanierpass sind wir dort oben auf knapp 2.000 m tatsächlich noch angekommen – war aber auch nicht eindeutig zu finden im Straßengewirr von Bellinzona😳
Passo di Lucomagno – Lukmanierpass zwischen Tessin und Graubünden
Die Abfahrt nach Disentis ins Graubündner Land war noch einmal spektakulär und unheimlich kurvenreich 👍
In einem schönen Resort haben wir unsere Unterkunft für die Nacht bezogen 😊 und uns erst mal an das deutsch-schweizerische Preisniveau-Gefälle gewöhnen müssen 😳
Disentis/ Mustér
Hostel Catrina Disentis
Unser tägliches Abendritual – Stromversorgung von Kommunikation etc. sicherstellen geht uns schon in Fleisch und Blut über 😉. Morgen geht es das Rheintal Richtung Liechtenstein runter 🏍️ 🇱🇮
Tag 7
Graubünden🇨🇭 – Liechtenstein 🇱🇮 – Vorarlberg 🇦🇹
Der fängt etwas regnerisch, aber sehr lecker an…
Gesund kam danach 😇
Flugs das Moped gepackt und ab geht’s auf die Piste!
Unterwegs…
Du weißt, dass du in der Schweiz bist, wenn das große M blitzsauber ist und der Kaffee 10.- SF kostet😅
Kaffeegestärkt also weitergefahren und den St. Luzisteig hinauf in Richtung Liechtenstein 🇱🇮, wo wir doch prompt in den Nationalfeiertag hineinplatzten. Also nicht, dass das jetzt den Fürsten oder seine Gäste beeinträchtigt hätte – wir mussten halt über alle möglichen Schleichwege fahren😉
St. LuzisteigAdieu Schweiz 👋🏻Hoi Liechtenstein ✌🏼
Im letzten Akt haben wir uns dann auf die Autobahn 🛣️ gepackt und sind die finalen 80 km durch Vorarlberg und das Allgäu nach Hause gerollt.
Wo uns dann die letzten 10 km doch noch der angekündigte Regen 🌧️ erwischt hat 💦💦🤷🏼♂️
Und so sind wir dann nach 1.550 km wieder sicher zuhause angekommen 👍🏻
Es war schön, richtig schön und erholsam bei unseren europäischen Nachbarn in 🇫🇷 🇮🇹 🇨🇭 🇱🇮 🇦🇹
Danke an alle, die uns hier zuhause das Haus gehütet und uns Grüße aus Nah und Fern zukommen haben lassen😘
…mit dem Motorrad durch die deutsch-polnische Geschichte
Alles fing mit einer Idee an…
Die Idee war, bedingt durch die Geschichte meiner Familie, einzutauchen in das Kapitel von zurückgelassenen Erinnerungen, Flucht aus Pommern 1945 und Neuanfang als sog. Vertriebene in Süddeutschland.
Kurz und gut, ich wollte wissen wo die Wurzeln meiner Mutter zu suchen sind. Viel hatte sie mir davon erzählt. Von der Zeit als junges Mädchen, das Leben auf einem pommerschen Hof mit all seinen Eindrücken, Entbehrungen und Geschichten die das Leben dort so schrieb.
Ich war neugierig auf dieses Land, dass den Sozialismus hinter sich lies und sich nun anschickte, nach demokratischen und westlichen Vorstellungen zu leben. Nicht zu vergessen, wie schmerz- und wechselvoll die polnische Geschichte selbst doch war.
Also, nochmal der Reihe nach… Ich war also ab dem 22.05. auf der Straße. Die Wettervorhersage versprach erst einmal wechselhafte Temperaturen und etwas Regen in den nächsten Tagen.
22.05.2014 München – Hamburg
Aber was soll’s, ist halt so auf’m Motorrad. Zuerst ging es also mal auf direktem Weg nach München an den Ostbahnhof – Verladebahnhof für die Reise auf dem Zug nach Hamburg-Altona. Flugs angekommen hieß es erst einmal den Check-In abzuwarten. Das Moped war dann aber auch recht fix mit eingezogenem Kopf auf den Transportwagon gefahren und durch die emsigen Verladekräfte festgezurrt – es konnte also losgehen in die nächtliche Fahrt über das bundesdeutsche Schienennetz!
Nachdem mich der Zug am nächsten Morgen in Hamburg wieder ausgespuckt hatte – Hamburg empfing mich typischerweise mit Sprühregen, machte ich mich also auf den Weg zur zweiten Etappe… reichlich genervt. Die Mitreisenden im Abteil hatten akustisch einiges zu bieten.
23.05.2014 Hamburg – Potsdam Als ich das sprühregengeplagte Hamburg in Richtung Osten über die Elbbrücken verlassen hatte, empfing mich an der Grenze zu Mecklenburg-Vorpommern nochmal ne kleine Dusche. Kein Problem, ich musste noch nicht mal die Regenkombi anziehen. Und dann wurde es genial… Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt sind auch zum Motorradfahren ne tolle Adresse. Alleenland! Wenn ich da so an unseren Teil der Alleenstraße denke…Leute, schraubt die Schilder wieder ab. Nahezu jede Baumart wird dafür verwendet. Kastanien, Robinien, Eichen, Buchen, Birken… Mir war nicht klar, das sooo viele Robinien dort oben wachsen. In voller Blüte und mit einem intensiven Duft wird man quasi von ihnen angezogen, toll. Die längste durchgehende Allee war tatsächlich 17 km lang! Mediterrane Düfte haben da auch nicht mehr Qualität.
Nach nem Zwischenstopp bei Herrn Ribbeck auf Ribbeck im Havelland… jeder kennt das Gedicht von Theodor Fontane…
…bin ich dann bei bestem Wetter in Potsdam im Hotel angekommen. Traumhaft gelegen, direkt neben dem Filmpark Babelsberg.
24.05.2014 Potsdam & Berlin An diesem Tag hab ich es mir nicht nehmen lassen, die Hauptstadt zu besuchen. War ein toller Tag mit jeder Menge Sightseeing, Kultur und Unterhaltung.
So konnte es weiter gehen…
25.05.2014 Potsdam – Stettin Bei immer besser werdendem Wetter beschloss ich noch der jüngeren und jüngsten Geschichte einen Abstecher zu machen. Über die Glienicker Brücke – Schauplatz von Agentenaustausch während des Kalten Krieges besuchte ich noch einen Schauplatz des dunkelsten deutschen Kapitels, das Haus der Wannseekonferenz.
In dieser pittoresken Villa am malerischen Wannsee wurde, quasi zwischen Mittagessen und Nachmittagskaffee die „Endlösung“ der Judenfrage besprochen, protokolliert und abgeheftet. Länger hat’s nicht gedauert… Was die wenigsten wissen, auch ein Oberschwabe war einer der Konferenzteilnehmer und somit auch ein führender Schreibtischtäter – Josef Bühler aus Bad Waldsee.
Aber genug des Schreckens, ich fuhr also weiter durch Brandenburg in Richtung polnische Grenze. Traumhaftes, warmes Wetter, allerdings auch internationale Luftfahrtmesse in Berlin-Schöneberg. Das hieß also Umleitungen, Sonntagsausflügler und viel Verkehr. Ales ich den hinter mir gelassen hatte, ging’s dann schließlich durch herrliches Wald- und Wiesengebiet über die Oder nach Polen.
Die Landschaft öffnete sich… und es war nicht mehr weit bis Stettin!
Angekommen in Stettin, das Hotel unmittelbar neben der Hakenterasse, mischte ich mich unters Volk und genoss den Abend auf der dortigen Freitreppe.
26.05.2014 Stettin – Stolpmünde Den nächsten Tag begann ich schon recht früh im Sattel, waren doch gut Kilometer zu machen und ich wollte, wenn ich denn schon gleich der Ostsee so nahe komme noch einen Abstecher an nen Strand einplanen. Gesagt getan, mittags war ich dann an der Ostsee. Gleich der erste Strandübergang war ein Volltreffer und so konnte ich meinen Proviant im Sand genießen.
Es waren noch etliche Kilometer bis Stolpmünde, das ist ca. der halbe Weg zwischen Kolberg und Danzig. Nachmittags war ich schließlich dann dort. Ein kleines nettes Städtchen mit einem schönes Hafen. So konnte ich also zum zweiten mal am heutigen Tag den Strand genießen!
Wenngleich sich auch vor dieser Küste die schlimmste Katastrophe der Seefahrtsgeschichte ereignet hat – Im Januar 1945 sank hier die „Wilhelm Gustloff“, nachdem sie von einem Torpedo getroffen wurde, mit tausenden Flüchtlingen an Bord. 1239 davon konnten damals gerettet werden!
27.05.2014 Stolpmünde – Danzig Über den heutigen Tag gibt es ausnahmsweise nicht viel zu berichten. Wider aller Wetterprognosen war der heutige Tag lausig kalt und geprägt von stetig heftigen Seitenwind. Ich war mehr am Surfen als biken. Wenigstens hat es nicht geregnet und so hat mich im Moment der Moloch der Großstadt Danzig verschluckt – morgen werde ich dazu die Altstadt erkunden… Dazu hab ich mich schon mal mit Infos aus meiner Pension eingedeckt…
28.05.2014 Danzig Neuer Tag, neues Glück – neuer Eintrag. Wie gesagt, ich war ja heute in Danzig unterwegs. Tolle Stadt, auch wenn sie viel von ihrem alten Glanz verloren hat. Zwangsläufig muss man auch hier, wie halt in ganz Polen wieder sagen. Der Krieg hat auch und gerade hier, wo er seinen Beginn mit dem Beschuss der Westerplatte nahm, seine deutlichen Spuren hinterlassen.
Ausgestattet mit ner ganz guten App (Reiseführer hat trotzdem nicht ausgedient) bin ich losgezogen.
Trotz saukaltem und stürmischen Wetter hab ich mir die wichtigsten „See’s & Do’s“ (steht wirklich so in der App!) angeschaut 🙂 Altes Gemäuer findet man an jeder Ecke. Vieles historisch alt, vieles aber einfach auch verfallen. Nach den Nazis hat auch der Kommunismus seine Spuren hinterlassen. Neben den schönen Kirchen und Gebäuden entlang der Prachtstraße Dluga und der Ulica Mariacka mit ihren schönen Läden, die allerlei Kunsthandwerk verkaufen hab ich noch einen Abstecher auf die Westerplatte, das ist ein Bereich am Ende des Danziger Seehafens, gemacht. Das geht entweder touristisch teuer mit dem Ausflugsboot, oder auch günstig mit der Wassertram! Vieles, wie auch die Schaffung dieser neuen Hafenverbindung wurde mit Mitteln aus dem EU-Förderprogramm finanziert. Man sieht viele dieser Hinweisschilder in der Stadt.
Apropos Tram, so bin ich auch in die Stadt gekommen. Mein Hotel liegt ca. 2,5 km von der Altstadt entfernt. ÖPNV gehört in Polen zu den Bedürfnissen, die sich jeder leisten soll. Das Ticket hierfür kostete umgerechnet 0,75€. So wie in jeder anderen Tram der Welt, war auch meine zum Feierabend hin gesteckt voll. Für die 10 min Fahrstrecke ging das und zu gucken gibt’s ja auch immer ne Menge.
Hier noch ein paar Highlights meines heutigen Tages!
Ein anderes Grundbedürfnis scheint den Polen ihre Kommunikation zu sein. Ich weiß nicht, ob das in Polen genauso ist wie in Litauen – dort steht der freie Zugang zum Internet sogar in der Verfassung! Jedenfalls finden sich in ganz Danzig, wie in anderen polnischen Städten auch, jede Menge Hinweisschilder, die auf freien Wifi-Zugang hinweisen. Tolle Sache. Wenn ich mir da so die aktuelle Diskussion in Ravensburg anschaue…soll der Marienplatz freies WLAN bekommen…ja…nein… Diskussion… Lichtjahre entfernt!!
Die Aussichten für morgen sind auch nicht gerade berauschend. So wie heute kaum mehr als 10 Grad. Der Hinterreifen an der GS hat auch schon deutliche Spuren abbekommen. So musste ich heute Abend noch nen gerissenen Stollen flicken, der sollte aber kein Problem machen.
Die Taube auf dem Kotflügel (Nomen est Omen) vorne nehme ich auf keinen Fall mit – morgen geht’s endlich nach Masuren. 350 hoffentlich regenfreie Kilometer bis dahin!
29.05.2014 Danzig – Masuren In der Nacht hatte es geregnet – macht nix, die ist eh zum Schlafen da. Nach wirklich opulentem Frühstück mit frischem Rührei und Apfelpfannkuchen – sozusagen livecooking, hab ich mich dann frisch gestärkt dem Niesel entgegengestemmt.
War aber gar nicht so schlimm und die Regenkombi konnte im Topcase bleiben. Noch kein einziges mal war das Teil bisher von Nöten! Sag da mal einer, im Norden gibt’s nur schlechtes Wetter.
Erstaunlicher Weise war die Abfahrt deutlich entspannter als die Hinfahrt nach Danzig. Nach 20 min war ich aus der Stadt. Entgegen meinen Gewohnheiten, wählte ich zur Weiterfahrt die E 75. Zum Teil autobahnähnlich ausgebaut konnte ich schnell Kilometer in Richtung Osten aufnehmen. Ich weiß, schon warum ich lieber kleine und kleinste Straßen bevorzuge – auf den Schnellstraßen fahren nur Selbstmörder! Mittlerweile ist mir auch klar, dass die Polen, vorzugsweise die polnischen Sprinterfahrer rausziehen, als ob’s kein Morgen gibt (Ich denke mal, Mercedes-Benz Nutzfahrzeuge hat einen großen Teil seines Umsatzes dem polnischen Sprintermarkt zu verdanken – ich seh auf jeden Fall nix anderes ;-)) Klappt zwar auch, weil alle mitspielen… Wenn das aber pro Fahrspur zwei gleichzeitig versuchen, dann wird’s halt eng. Die Kreuze an den Straßenrändern sprechen ne deutliche Sprache. Besonders die Kreuze, an denen Helme hängen machen mich nachdenklich. Außerdem sieht das doch ziemlich martialisch und mir zu sehr nach Kriegsgräberstätte aus. Vielleicht hinkt der Vergleich ob der Bedingungen im Straßenverkehr nicht mal so sehr! Egal, ich spulte Kilometer… und schon bald überquerte ich die Weichsel. Die war gerade dabei die Umgebung zu besuchen – sprich, Hochwasser war im Anmarsch!
Nicht viel später und ich war endlich in Masuren, vielmehr im Ermland.
Nachdem ich schon ne ganze Strecke durch das Ermland unterwegs war, tauchte am Horizont das wunderschöne Frombork, ehemals Frauenburg mit seinem imposanten Dom auf. U. a. Wirkungsstätte von Kopernikus, dem Astronomen. Die Straße führte mich aber erst mal zum Hafen. Trotz des bedeckten Himmels war es kein Problem über das Frische Haff und Nehrung die Wanderdünen auszumachen.
Aber zurück zum Dom… Christi Himmelfahrt war ja auch und somit waren die Gläubigen unterwegs. Und nicht nur die… Am Fuße des Doms hab ich die Bekanntschaft von 2 netten Bikern gemacht. Bikern im ureigentlichen Sinne. Die beiden, aus München und Finnland stammend, waren im Begriff mit den Rädern ins Baltikum zu fahren. Genauer gesagt erst mal nach Riga, cool!
Aber ich hatte ja auch noch ca. 200 km vor mir. Und die hatten es in sich! Die Straßen wurden zum Teil richtig schlecht – stellenweise musste ich sogar in die Fußrasten. Wie gesagt, Russland war nicht weit, oft nur einen Steinwurf entfernt. Das Navi, ein wirklicher Helfer kapitulierte vor dem geografischen Nirwana der Exklave Kaliningrad 🙂
Aber alle schlechten Straßen haben mal ein Ende. Die Landschaft öffnete sich immer wieder einmal und das Ermland zeigte sich in seiner ganzen Weite.
50 km vor meinem heutigen Ziel bin ich dann noch am Hinweisschild zur Wolfsschanze vorbeigekommen. Die Wolfsschanze, Hitlers bevorzugter Aufenthalt während des Russlandfeldzuges. Ich bin dann kurzer Hand abgebogen um mir das Ganze näher zu betrachten. Dort angekommen war ich ganz erschrocken über die Heerscharen an Autos auf dem Parkplatz – was für ein Rummel. Und… auf meiner ganzen Tour bisher hab ich selten mal ein deutsches Kennzeichen gesehen. Jetzt weiß ich, wo die alle steckten. Mir war es auf jeden Fall zu trubelig, müde war ich auch. Schau ich mir morgen mal an.
So bin ich also nun in Masuren am wunderschönen Mamrysee (Mauersee) angekommen. Ein leckerer Kaffee nebst Kuchen wartete auch schon auf mich. Nach ner kurzen Runde auf dem sicherlich 7 ha großen Hotelgelände werde ich nun meine müden, schlaglochgeplagten Knochen für die nächsten Tage hier ausstrecken!
30.05.2014 Masuren Die Nacht hier in meinem Hotel am Mamrysee verlief relativ problemlos. Ein Bierchen am Abend verhalf mir zu einem tiefen und geruhsamen Schlaf. Hatte ich mir auch verdient 🙂 Morgens aufgewacht, Frühstück hatte ich in weiser Voraussicht auf 9 Uhr terminiert, empfing mich der Tag mit recht nettem Wetter. Auch die Temperaturen waren nicht wieder zu erkennen. Lange nicht mehr so kalt wie die letzten Tage, prima. Dafür habe ich nun ein anderes Problem. Meine Schulter schmerzt. Das macht mir richtig Sorgen. Nicht die kürzlich operierte nö, die rechte Schulter meldet sich. Wie mir scheint, sind das Nachwehen der anstrengenden Fahrt durch das Ermland am vergangenen Tag. Hoffentlich nur Nachwehen und keine Vorboten für was auch immer…. Aber zurück zum Tag. Hatte mir für heute zwar jede Menge vorgenommen, aufgrund der beschriebenen Problem wurde es dann doch „nur“ der Besuch der Wolfsschanze. „Nur“ bedeutet hier dann aber immer noch eine Kilometerleistung von 150 km. Und die waren landschaftlich wirklich schön. Über kleinste Straßen und Alleen bahnte ich mir den Weg zum historischen Hotspot der Gegend.
Sieht schön aus, nicht wahr… martert aber auch ganz schön. Auf dem Rückweg wollte ich mir das dann nicht mehr antun, ausnahmsweise! Mein Trip in die Geschichte führte mich dann zufällig auch über jene Bahnlinie, mit der beispielsweise Mussolini den Führer in seinem Quartier besuchte. Wirklich erstaunlich, wie gut erhalten z. T. noch die Naziinfrastruktur ist.
Wenig später war ich dann angekommen – Hitlers Fuchsbau in Ostpreußen. Gar nicht mal so teuer… 20 Sloty, grob umgerechnet knapp 5€ für Eintritt und Parkplatz. Ich hab mich dann einfach einer geführten Gruppe angeschlossen, hat keinen interessiert.
Danuta, die polnische Führerin erzählte in beeindruckender Weise und in exzellentem Deutsch die Geschichte dieser Anlage. Ein zentrales Thema dabei war natürlich die tragische Geschichte rund um das fehlgeschlagene Attentat auf Hitler durch Claus Schenk Graf von Stauffenberg am 20. Juli 1944.
Wer es bis dahin nicht wußte, dass Hitler einen Pakt mit dem Teufel geschlossen hatte – hier kam es zum Tragen! Ich versuch mal, die Geschichte kurz zusammen zu fassen…
Stauffenberg, Stabschef des Ersatzheeres und sein Adjutant Werner v. Häften kamen vormittags mit dem Flieger aus Berlin an der Wolfsschanze an. Ziel war es, Hitler durch 2 Bomben mit chem. Zündern auszuschalten. Da Graf Stauffenberg zum Stab gehörte, war ihm der Zugang in den innersten Sperrkreis der streng geschützten Anlage möglich. Und wie es der Teufel so wollte, waren mehrere Faktoren dafür verantwortlich, dass das Attentat nicht klappen sollte. Erstens wurde die Besprechung von 13 Uhr auf 12:30 Uhr vorverlegt. Stauffenberg hatte somit nur noch Gelegenheit eine Bombe scharf zu machen. Zweitens wurde die Besprechung aus Mangel an Platz aus einem Bunker heraus in die Lagebaracke verlegt. Dies sollte noch wichtig werden! Drittens, die in einer Aktentasche ca. 2,5 m von Hitler deponierte Bombe stand einem der beteiligten Personen im Weg. Er viel schlicht und ergreifend darüber und stellte sie ans andere Ende des Raumes unter den raumfüllenden Kartentisch aus massiver Eiche. Zu diesem Zeitpunkt hatte Stauffenberg bereits wieder unter dem Vorwand telefonieren zu müssen die Lagebesprechung verlassen – es war jetzt 12:35 Uhr. Viertens, alle Fenster der Lagebaracke waren aufgrund der Hitze an diesem Tag geöffnet. Stauffenberg und sein Adjutant verließen mir ihrem Fahrzeug den Sperrkreis Richtung Flugplatz. 12:42 Uhr detonierte der Sprengsatz – Stauffenberg und v. Häften hörten dies und warfen die 2. Bombe auf dem Weg zum Flugplatz in den Wald. Sie waren davon überzeugt, dass das Attentat geglückt sein musste! Was sie nicht wussten… Hitler hatte nicht nur die Explosion überlebt, er war sogar nur relativ leicht verletzt worden. Die Druckwelle verpuffte durch die geöffneten Fenster. Eine Person starb sofort, 3 weitere kurze Zeit später. Lediglich ein Knalltrauma und ca. 200 Holzsplitter in beiden Beinen, dazu eine lädierte Hand trug er davon. Im Glauben Hitler sei tot, flogen Stauffenberg und sein Adjutant zurück nach Berlin. Durch den Bombenfund im Wald wurde Stauffenberg schnell als Täter identifiziert und noch am selben Tag mit seinen Gefolgsleuten in Berlin-Plötzensee standrechtlich erschossen. Die Hinrichtung wurde gefilmt, Hitler hat die Bänder umgehend erhalten und sie sich auch angeschaut. Danuta erzählte, dass im Umkreis Stauffenbergs ca. 5000-7000 Gleichgesinnte ihr Leben lassen mussten. Die Familie Stauffenbergs und viele andere mit kamen in Sippenhaft, die Kinder in Kinderheime, seine Frau musste einen anderen Namen annehmen usw… erschreckend!
Ich hatte noch etwas Zeit, die Vorräte sollten auch mal wieder aufgefüllt werden, war ich noch mal eben bei Lidl. Der ist lt. Slogan nicht nur bekanntlich billig, sondern auch in Polen überall zu finden. Der Mensch lebt ja nicht nur von Luft und Liebe, deswegen war ich auch noch schnell am Bankautomaten. Nicht dass das so besonders günstig wäre, die Kurse in den Wechselstuben sind da deutlich günstiger. Zurzeit bekommt man dort für 1€ ca. 4,2 Zloty. Aber ein „Kontor“, so nennen sich hier die Wechselstuben, war gerade nicht zu finden.
Ich weiß ja, das die BMW einen gewissen Anziehungsreiz besitzt. Unter anderem bin ich darüber bisher auf meiner Reise immer wieder mit den verschiedensten Leuten in Kontakt gekommen. Meiner Meinung nach, macht dies viel an Reisequalität aus. Aber ein so kleine Interessentin hatte ich auch noch nicht 🙂 Die Kleine ließ es sich nicht nehmen mal kurz auf der GS zu thronen.
…auch wenn es bis zum Zielgruppenalter noch ein bisschen hin ist 🙂
So ging der Tag sehr schön und doch recht nachdenklich zu Ende und ich hatte abends noch genug Zeit, den Tag Revue passieren zu lassen und mich mit Salbe und Wärmepflaster meiner Schulter zu widmen.
31.05.2014 Wie gesagt, ich hab den Tag heute zum Chillen genutzt. Das Moped blieb in der Garage und die Mopedklamotten im Schrank. Und entspannen und Ruhe finden, das kann man hier in der Villa Mamry bestens. Nachdem ich mich wieder als letzter hab im Frühstücksraum blicken lassen – es war schon wieder 9 Uhr 🙂 war ich mir der ungeteilten Aufmerksamkeit der Besitzer sicher. Also verhungern muss in Polens Hotel- und Gastronomie sicher niemand! Aber das hier schlägt doch bisher alles. Liebevoll hergerichtetes und extrem reichhaltiges Frühstück. Je zwei Brot- und Brötchensorten. Zweierlei selbstgemachte Konfitüre, Honig vom Imker, frisch zubereitetes Rührei und und und… eben nicht alles vom Buffet, herrlich. Der Besitzer ist hier in der Gegend geboren. Ich hab mich lange mit ihm unterhalten. Er hat die Schrecken des 2. Weltkrieges noch erlebt und wie mir schien auch nicht vergessen. „Er hatte einfach das nötige Glück“, als die deutsche Front zurück und die Rote Armee vorwärts marschierte. Viele hatten seiner Aussage nach nicht soviel Glück. Die Gräuel, die die Wehrmacht im Osten angerichtet hatten, kamen nun oft genug als Bumerang zurück. Er verurteilte auch sehr scharf das Vorgehen des Westens in der Ukraine. Nichteinmischung und Diplomatie, das blieb mir bei seinen Aussagen hängen. Die Polen haben eine nicht zu unterschätzende Angst, wieder mal zum Spielball zwischen Ost- und Westmachtgehabe zu werden. Wer kann’s ihnen verdenken! Ich jedenfalls hab es mir, wie schon gesagt, heute gemütlich gemacht. Die Schulter gepflegt und die Seele hier unten am See baumeln lassen.
Nebenbei bin ich immer wieder mal hier im Blog und schraube an der einen oder anderen Formulierung herum. Hoffentlich muss ich hier nicht noch mehr schrauben, mit Schrecken sehen ich gerade, dass irgendwas mit dem Laden nicht mehr funktioniert. Der Steckeranschluss scheint irgendeinen Wackelkontakt zu haben. Mist, jetzt hält mal das Moped und nun macht das iPad schlapp?! Ich hoffe nicht, dass das hier der letzte Eintrag sein wird! Ihr werdet es ja sehen… Bis dahin…
01.06.2014 Masuren – Bialowieza (weißrussische Grenze) Der Tag fing ja mal richtig gut an. Bei strahlendem Sonnenschein aufgewacht. Wie weit man hier im Nordosten ist sieht man auch daran, dass hier der Sonnenaufgang aktuell um 4:07 Uhr stattfindet. Hatte heute schon etwas Wehmut beim Abschied vom Mamrysee. Das Wetter, das Hotel und seine Betreiber, die Umgebung, die Verpflegung… es war schon alles sehr stimmig. Jedenfalls hat sich meine Schulter wieder etwas erholt und guten Mutes hab ich mich dann auf die Maschine gesetzt. Es ging also nun an den östlichsten Punkt meiner Reise. Bialowieza, zentraler Ort und Ausgangspunkt für Wanderungen und Expeditionen in den letzten verbliebenen Tieflandurwald Europas. Bären, Wölfe, Luchse und vor allen Dingen die für diesen Nationalpark berühmten wildlebenden Wisente! Der Weg dorthin führte mich durch dicht bewaldete Landschaft, immer wieder unterbrochen durch weite freie Flächen, Sümpfe und Seen. Elchland also….
Leider war gerade keiner dieser doch eher phlegmatischen Großhirsche in der Nähe, konnte ich also meine Reise fortsetzen. Nicht ohne jedoch die Augen gut geschärft die Straße im Blick zu behalten. Zahlreiche Infotafeln Fahrbahnrand warnen vor Zusammenstößen mit diesen Tieren.
Das Wetter war noch einigermaßen, der Wind hatte noch nicht aufgefrischt und ich gab der BMW etwas die Sporen. War doch für den Nachmittag Regen in der Zielregion angekündigt. Selten genug, dass ich bisher auf Motorräder getroffen bin, nun hatte ich doch plötzlich gleich 3 Stück im Rückspiegel. Etliche Kilometer blieben die Maschinen hinter mir, als sie sich dann doch zum Überholen entschlossen. Freundlich winkend zu mir herüber versteht sich. Jetzt ich also hinten dran. Es waren polnische Kennzeichen. Etwas anderes hätte mich auch gewundert. In der nächst größeren Stadt führte mich mein Weg an einer Kreuzung links weg, die polnischen Bikes geradeaus. Schade eigentlich, war doch recht nett, ein paar Kilometer gemeinsam gefahren zu sein. Ausgangs der Stadt führten uns unsere Wege wohl doch wieder auf einen gemeinsamen Weg. Plötzlich waren die Motorräder wieder im Rückspiegel und ich wurde freundlich winkend erneut willkommen geheißen. Die nächste Tankstelle wurde dann zum Treffpunkt, ohne dass man sich darüber groß verständigt hätte!
Die vier kamen von einem Motorradtreffen und waren auf dem Heimweg nach Lublin. Haben mir total lustige Bilder gezeigt. Kann keiner behaupten, dass die Polen kein geselliges Völkchen sind. Und überaus herzlich und hilfsbereit. Kaum ein Land, in dem man so schnell Kontakt bekommt, schön!
„Hey guys out of Lublin, this is especially for you! So sad, that you aren’t in my rear mirror again!“ And…. the VT 500 Custom is s t i l l a dream!!! See you!
Nach dem netten Kaffeeplausch ging’s weiter. So langsam wurde es russischer, zumindest die Straßenschilder hatten nun schon mal kyrillische Buchstaben und die erste russisch-orthodoxe Kirche tauchte auf.
Waren noch viele Kilometer. Zu viele, um genau zu sein, exakt 20 km vor Bialowieza fing das an zu regnen. Dieses mal so, dass ich zum ersten mal nach 2000 km die Regenjacke rausziehen musste. Wenigstens hab ich sie dann nicht umsonst mitgeschleppt und das topcase hatte endlich auch seine Berechtigung 😊
Schließlich bin ich dann doch angekommen, einen Steinwurf von der Grenze zu Weißrussland entfernt. Morgen guck ich mal, ob ich mir nicht irgendwo ein Wisent fangen kann 🦬
02.06.2014 Bialowieza/ Podlachien Leider gibt es heute mal nicht so viel zu berichten. Aus meiner Wisentjagd wurde leider nix. Ist ins Wasser gefallen. Es hat in der Nacht und auch noch am Vormittag wie aus Eimern geschüttet. Und so wurden die heutigen Führungen abgesagt. Ich glaub das war der Gruppe von Forstwirtschaftsstudenten der Yale University gar nicht mal so unrecht. Die Jungs und Mädels haben auf jeden Fall „ihren“ Frühstücksraum kurzerhand als Ersatzmensa umfunktioniert und ordentlich Alarm gemacht. Ich dachte immer, Yale ist so ne Uni für die Sprösslinge der reichen und wohlerzogenen Amioberschicht?!
Egal, die werden Zuhause wohl nicht so die Sau rauslassen können 🙂 Ich hab dann aus der Not ne Tugend gemacht und mal danach geforscht, wo denn der kleine Wassereinbruch an meinen Alukoffern herkommt. Die Falze sind wohl undicht geworden, ts ts ts. Wenigstens hat die 1150er GS noch ordentliches Werkzeug inclusive Flüssigkleber. Mal schauen, ob das hält… Ansonsten hab ich mir den Schlosspark angeguckt, Blümchen gepflückt und bin ins Museum gegangen 🙂
So richtig groß ist der Ort hier ja nicht – so um die 2000 Einwohner. Aber es dreht sich alles um den Nationalpark. Schon lange. Auch der Zar war hier schon auf Elchjagd. Für morgen packe ich schon mal meine Siebensachen zusammen, denn morgen geht’s nach Lublin. Auch ca. 350 km Fahrstrecke, bei angekündigt günstigeren Wetterbedingungen.
03.06.2014 Bialowieza – Lublin/ Majdanek Aus den angekündigten günstigen Wetterbedingungen wurde leider erst mal nix. Bin schon bei Nieselregen losgefahren und mit zunehmender Strecke wurde es dann eher schlimmer als besser. Mir viel dann auf, dass mir der entgegenkommende Verkehr anfing Lichtzeichen zu geben. Also schön die Geschwindigkeit eingehalten. Half aber nix…. Ich hatte doch schon den Scheinwerfer nach unten justiert, blenden konnte ich also auch nicht. Und das konnte ich dann wirklich nicht mehr, als mir erstens ein Licht auf- und bei der BMW zweitens ausgefallen war.
Dieser Stinker war dafür verantwortlich! Na gut, bei der 1150er GS ist die Birne im Handumdrehen gewechselt, hatte ich auch dabei. Beruhigender ist es natürlich, wenn man dann seine Ersatzteilvorräte wieder aufgefüllt weiß. Man weiß ja nie, ob das nicht nochmal vorkommt. Jetzt war ich ja nicht gerade auf der Hauptdurchgangsroute unterwegs – eher so gar nicht. Flugs an die nächste Tanke, es regnete gerade eh wieder. Kein Problem im Shop, einmal nachgefragt und schon hatte ich ne Ersatzbirne. Für die H1 hab ich mir Zuhause die Hacken abgelaufen. Und für den Bruchteil die die hier gekostet hat, ist es schwer, bei uns einen Kaffee zu bekommen! Weiter ging’s… 80 km vor Lublin riss der Himmel dann auf und es wurde schön. Wer mich kennt der weiß, dass ich es hasse mit einem dreckigen Motorrad durch die Gegend zu fahren. Bei der Tour hatte ich mir eigentlich geschworen…es wird nicht geputzt. Aber nur einmal so mit dem Dampfstrahler drüber, wird ja wohl erlaubt sein 🙂 Ich Depp, hätte ich’s nur gelassen. Murphy lässt grüßen. Der Geber der Ganganzeige, sitzt wenig komfortabel huckepack hinter dem Getriebe, hat wohl etwas Wasser abbekommen. Jedenfalls zeigt mir die Ganganzeige nun irgendwelche Gänge an – der richtige ist selten dabei. Egal, nicht lebensbedrohlich. Wie gesagt – ich Depp! So bin ich also nach Lublin eingerollt, das Hotel gleich gefunden. Wollte mich eigentlich im Zimmer nur kurz frisch machen, da rief schon die Rezeption an. Ob ich denn nix vermisse?! Auf meinen Helm kam ich nicht. Der lag nämlich noch dort. War wohl eher anstrengend, der Tag… Trotz alledem, ich wollte ja noch Majdanek besuchen gehen. Also wieder zurück in der deutschen Historie. Und dieses mal ins dunkelste Kapitel. Das was auf der Wannseekonferenz besprochen wurde, sah ich hier umgesetzt.
Beeindruckend und bedrückend – mehr Worte möchte ich darüber auch gar nicht verlieren. Ein jeder muss selbst für sich entscheiden, wie er mit diesem Kapitel deutscher Geschichte umgeht.
Zurück in Lublin habe ich mich dann als „Themawechsel“ dazu entschlossen mich unters Volk zu mischen. Raus aus dem Hotel und die Stufen zur Altstadt erklommen. Lublin ist ne Unistadt mit ca. 100.000 Studenten. Merkt man, die Kneipendichte ist hoch.
Ich war eben im Begriff wieder ins Hotel zu gehen, ein letztes Foto aus der Altstadt zu schießen, als ich plötzlich von einem älteren Ehepaar angesprochen wurde. Ob mir die Stadt gefällt, was meine Motivation war, ausgerechnet Polen zu besuchen usw…. Daraus entwickelte sich eine 1,5 stündige Unterhaltung über das deutsch-polnische Verhältnis, die Situation in der Ukraine und die polnischen Ängste dabei…letztendlich haben wir dann über Gott und die Welt gesprochen. Ein Pole, der jetzt in London lebt und mit seiner Schwester den Ort ihrer Kindheit besucht läuft ausgerechnet mir über den Weg. Aber es zieht sich wie ein roter Faden durch die Tour. Man kommt sehr leicht mit der Bevölkerung in Kontakt – sehr sehr schön!
04.06.2014 Lublin – Krakau So, jetzt aber los. Duschen und frühstücken – Krakau wartet und draußen ist es schön!
Krakau hat gewartet, ich bin jetzt hier. Nachdem ich zwar gut aus Lublin raus, dann aber in eine dieser EU-finanzierten Ausfallstraßen gekommen bin, die sich irgendwie alle gerade gleichzeitig in Bau zu befinden scheinen, bin ich jetzt doch ziemlich erledigt in Krakau angekommen. Die ewige Baustellenfahrerei hat doch ziemlich genervt. Zweitens hat sich das Bild der Landschaft komplett geändert. War es vorher doch immer irgendwie sehr zersiedelt und recht einsam, so reihten sich nach dem Überqueren der Weichsel Richtung Sandomierz Ortschaft an Ortschaft. Es wird in dieser Gegend viel Obst und Gemüse angebaut. Die Landschaft wurde hügeliger und auf den letzten 100 km bis Krakau erinnerte sie mich sogar ein wenig an das Hinterland des Bodensees und den Hegau. Ich hatte sogar einmal ein Hinweisschild „Serpentienen“ 🙂 Ich hab euch mal in der Überschrift eine Grafik der verschiedenen Woiwodschaften angehängt. Woiwodschaften, es gibt 16 davon in Polen, sind so etwas wie bei uns die Bundesländer. Wenn auch im zentral regierten Polen mit viel weniger politischem Gewicht ausgestattet. Eher als Verwaltungseinheiten anzusehen. So bin ich also mit dem Übergang von Deutschland nach Polen nun schon durch: – Westpommern – Pommern – Ermland-Masuren – Podlachien – Masowien – Lublin – Heiligkreuz und Kleinpolen gekommen.
Morgen Schau ich mir die Altstadt Krakaus an- soll ja so toll sein.
05.06.2014 Krakau Bin ich erledigt. Angesichts des angekündigten warmen Wetters (so wollte ich’s doch eigentlich haben?!) habe ich mich also schon früh, d. h. nach dem Frühstück auf die Beine und in die Stadt gemacht. Altstadt, unzerstört, berühmt, viel zu gucken… eben. Deswegen früh, weil bekanntlich fängt der frühe Vogel den Wurm, bzw. hat noch unterbauten Blick auf die Sehenswürdigkeiten.
Ich also gleich mal den zentralen Marktplatz gestürmt und wirklich noch bei wenig Publikumsverkehr die ersten Bilder geschossen.
Die Marienkirche ist ein Traum. Wenngleich die Profibettlerinnen in der Kirche doch eher lästig waren. Ich sag das nicht zynisch, aber wenn mich jemand in ausgezeichneter Mehrsprachigkeit nach Geld fragt und dabei nicht wie ne in Not geratene Frau wirkt, dann hab ich da schon mein Problem damit. Zumal mir das in der Folge in zwei weiteren Kirchen auch noch so gegangen ist. Egal, Kirchen gucken macht Spaß, ich mach’s immer wieder gerne.
Weiter ging’s zum Wawel, wie die Altstadt auch zum UNESCO-Weltkulturerbe gehörend. Der Wawel, die Grablege der polnischen Könige, liegt auf einem Hügel inmitten der Stadt. Von dort hat man einen fantastischen Blick auf selbige und auf den Weg, den man zum Hotel wieder wird zurück latschen müssen!
Dort oben wurde mir dass aber bald zu trubelig. Neben den obligatorischen japanischen und amerikanischen Touristen, scheint dies auch ein vorrangiger hotspot für die polnische Bevölkerung zu sein. Ich wollte eh noch das jüdische Viertel besuchen. Dort angekommen lief mir eine englisch geführte Tour über den Weg. Ich fand das Schild, das für diese Touristenorganisation warb so nett, also schloss ich mich kurzerhand an 😊
Letztendlich auch kein Problem gewesen. Aus dem kurzen anschließen wurden dann nochmal 4 Stunden Touriprogramm! Die hatten es aber in sich. Ich erfuhr total viel über die jüdische Kulturgeschichte der Krakauer Juden. Natürlich auch etwas über ihre Leidensgeschichte während des 2. Weltkriegs. Jeder von euch kennt ja den Film von Stephen Spielberg – „Schindlers Liste“. Der behandelt ja das Thema, das Oskar Schindler, ein Deutscher Unternehmer, Nazispion, Opportunist und Tausendsassa ca. 1200 Juden das Leben vor der Vernichtung durch die Nazis gerettet hat. Sicher kein unumstrittener Mensch gewesen, die „Schindler-Juden“, wie sie sich selber nannten, für sie war er jedenfalls ein Held. Letztendlich wurde ihm in Yad Vashem die Ehre zu Teil, „Gerechter und den Völkern“ als Anerkennung seiner Verdienste im Kampf gegen den Holocaust.
Geschichte kann also auch spannend sein, so jedenfalls hab ich die 4 Stunden Führung erleben dürfen. Wie gesagt, rein zufällig da reingestolpert. Wen das interessiert, das war jetzt nur ein kleines Guckloch in die Geschichte der Krakauer Juden, es würde an dieser Stelle den Rahmen sprengen, was ich heute so im Läufe dieser Führung an Daten erfahren habe. Ich erzähl es dann mal, wenn ich wieder Zuhause bin. Apropos Zuhause… So langsam nähert sich die Reise ihrem Ende. morgen steht die Königsetappe von Krakau nach Prag an – 550 km Motorradfahren!
06.06.2014 Krakau -Prag Erstaunlich gut liefen die gut 500 km bis nach Prag. Durch den morgendlichen Berufsverkehr bin ich mehr als gut aus der Stadt gekommen. Wenn man bedenkt, Krakau hat gut 750.000 Einwohner, zählt man die 250.000 Studenten dazu, dann ist es ne Millionenstadt. Angesichts der langen Strecke hab ich mich dazu entschlossen, ein Stück weit über die Autobahn zu fahren. Das ich mich wieder in der Zivilisation befinde hab ich spätestens daran gesehen, dass es nun wieder etwas kostet, wenn man ein Stück Straße benutzen möchte 😎
Genau, Mautstellen tauchen am Horizont auf. Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern ist die Benutzung aber vergleichsweise günstig. Für insgesamt 200 km Autobahn hab ich zusammen 13,50 Zloty, also ungefähr 3,20€. Die Landschaft war zwar, so wie bisher auch, viel durch Landwirtschaft geprägt, aber nun änderte sich das. Als ich in den Großraum Kattowitz, ich bin also durch Schlesien, genauer durch das Oberschlesische Steinkohlebecken gefahren. Quasi das Ruhrgebiet Polens. In dieser Megametropole leben rund 3,5 Mio Menschen. Wahnsinn, ich bin kilometerweise durch Industrielandschaft gefahren. Fördertürme und Abraumhalden, Schwerindustrie, aber auch Elektronik, die wohl mehr und mehr den Kohlebereich ablöst.
Nachdem ich den Industriemoloch hinter mir gelassen hatte, begann sich die Landschaft zu wandeln. Mehr und mehr tauchten nun Wälder und Wiesen, aber auch immer wieder Gewässer auf. Landwirtschaft dominierte nun wieder diesen Teil der schlesischen Tiefebene. Zwischendurch hatte ich mir auch mal Zeit für ein Mittagessen genommen. Die letzten Zloty unters Volk gebracht.
Das ich mich abseits der großen Touristenströme bewegte, merkte ich allein schon daran, dass ich erstens nicht verstand, was auf der Speisekarte stand und zweitens die Dame vom Service nicht verstand, was ich essen wollte 😂 Zusammen haben wir uns dann auf gebratenes Huhn mit Salat und Kartoffeln geeinigt. Kartoffeln und Krautsalat gibt’s in Polen nahezu immer in irgendeiner Form zu essen. Zusammen mit einem Softdrink hat das umgerechnet keine 5€ gemacht. Und lecker war es obendrein. So, wieder rauf aufs Moped, es waren noch 250 km. Am Horizont tauchte dann plötzlich etwas auf, was ich in den letzten Wochen schon gar nicht mehr vermisst habe – Berge, kleine halt. Ein Mittelgebirge, genauer im Sudetenvorland in Fahrtrichtung Tschechien bildet das Adlergebirge die natürliche Grenze zwischen Polen und der Tschechischen Republik. Kaum mal tausend Meter hoch erinnerte mich die Landschaft doch sehr an die Rheinebene mit Blick auf die Vogesen. Passt so ziemlich…
Da hat doch der Herrgott eine herrliche Falte in die Landschaft gezaubert. Ich konnte sogar wieder damit anfangen, meine eckigen Reifen ein wenig abzurunden. Nach diesem schönen Intermezzo ging es dann über die tschechische Grenze….
…und zuletzt dann wieder für die letzten 100 km auf die Autobahn in Richtung Prag. Das Navi zeigte noch genau 1,3 km bis zum Ziel, mitten in einem der zahlreichen Vorortzubringer zur Innenstadt, als ich beinahe meine Reise hätte wohl vorzeitig beenden müssen. Viel zu schnell, abschüssig war es auch noch, kam von hinten ein Auto angefahren. Die rote Ampel, von mir ganz zu schweigen hatte der wohl übersehen. Ich hatte Gott sei Dank einen Gang eingelegt. Als ich es quietschen hörte und in den Rückspiegel schaute fackelte ich nicht lange und fuhr auf die sich neben mir befindliche Abbiegespur in die Kreuzung rein. Keine Sekunde zu früh – mit rauchenden Reifen kam das Auto bestimmt 5 m nach mir zum Stehen. Nie und nimmer wäre das gut ausgegangen, puuh. Bisher die einzige brenzlige Situation. Jeder der Motorrad fährt, der weiß und fürchtet sich davor von hinten auf die Hörner genommen zu werden. Mein Albtraum auch, nix dafür zu können und…. Der Rest der verbleibenden Meter hab ich dann ohne Spektakel hinbekommen. Prag werde ich für dieses Mal auch links liegen lassen – erstens kenne ich die Stadt von vorhergegangen Besuchen schon ganz gut und so ganz nebenbei war ich auch schon ziemlich streckengeschlaucht! So bleibt mir für heute also nichts mehr zu tun als hier im Blog zu schreiben und jetzt gleich mal zu schauen, ob ich hier irgendwie das Fußballländerspiel reinbekomme, bevor unsere Helden des Balles nach Brasilien zur Fußball-WM abdüsen. WLAN ist hier in diesem sehr netten Hotel nämlich bestens 👍🏻
Morgen gehts dann Richtung Bayerischer Wald, zurück in die Eurozone…
07.06.2014 Prag – Böhmen – Bayerischer Wald Da bin ich doch mal richtig pünktlich auf das Moped gekommen. Das Frühstück konnte den netten Eindruck des Hotels leider nicht unterstreichen. Hat mir aber nicht wirklich etwas ausgemacht, da ich a. keinen Hunger und b. sowieso früh los wollte. Schon morgens um 8 Uhr gab es 20 Grad und Wolken haben sich auch nicht blicken lassen. Los jetzt. Bei der Fahrt durch Prag konnte ich beim Überqueren der Moldau doch tatsächlich noch einen Blick auf die Prager Burg, den Hradschin und die Karlsbrücke erhaschen. Bisschen wehmütig war mir schon ums Herz, weil ich Prag aus mehreren Besuchen zuvor kannte und ich wusste, welche Genüsse mir entgehen würden. Ziemlich flott ging es dann aus der Stadt heraus in Richtung Südwesten und das allmorgendliche Ritual – den Tank für den Tag füllen, stand an. Wie schon in Polen, ist es auch in Tschechien kein Problem, sich in ein offenes WLAN-Netz einzuwählen. Nahezu jede größere Tanke besitzt ein solches. Nachdem ich dann bis Pilsen auf der Autobahn fuhr, bog ich dann für den weiteren Verlauf auf kleineres Geläuf ab 👌
Dieses Bild sollte sich so schnell nicht mehr ändern. Ne schöne Strecke durch Böhmen. Diese Region ist bekannt für sein gemäßigtes Klima. Die Getreidefelder fanden das wohl auch und gediehen prächtig. Herrliches Mitschwingen auf der gewundenen Strecke durch die zahllosen Felder links und rechts der Straße. Allmählich stieg die Landschaft etwas an und am Horizont tauchten die bewaldeten Höhen des Bayerischen Waldes auf.
Bald schon war diese geographische Grenze zwischen Tschechien und Bayern erreicht. In wunderschön gewundenen , z. T. auch mit Serpentinen versetzen Abschnitten, stieg die Straße durch den Nadelwald auf beachtliche 1000 m über NN an. Beachtlich deswegen, weil ich gefühlt wochenlang immer nur auf Meereshöhe unterwegs war. Es hatte etwas von Vorarlberg…
Endlich konnte ich auch wieder etwas gegen meine eckigen Reifen tun. Die Hochfahrt auf tschechischer Seite hat mir jedenfalls besser gefallen als das, was mich dann auf deutscher Seite nach dem Grenzübertritt erwartete. Jedenfalls ist es schon erstaunlich, dass es bis in diese Region von München, wie von Prag aus mit ca. 190 km nahezu gleich weit entfernt ist. Die Kennzeichen der jetzt wieder häufiger anzutreffenden Motorradfahrer bestätigten dies nachdrücklich. Die Grenze in Bayer. Eisenstein am Regen, den Sportanglern als Fliegenfischereldorado ein Begriff, empfing mich mit den an der bayerisch-tschechischen Grenze üblichen Märkten, bei denen allerlei „Markenklamotten“ und ähnlicher Nippes feilgeboten werden.
Es lief gut, schweineheiß war’s aber und ich entschloss mich, noch etwas der Kurvenfahrerei durch den Bayerischen Wald zu frönen, ehe ich das Ruder nun in Richtung heimatliche Gefilde umlegte.
Eine der besten Investitionen, die ich im Vorfeld für diese Tour tätigte, war mit Sicherheit der Trinkrucksack. Die Blase im Rucksack, immerhin mit 2 l Fassungsvermögen ausgestattet, war mir stets ein wichtiger Helfer bei der Aufrechterhaltung meiner Kondition und Konzentration. Immer gefüllt mit in Wasser aufgelösten Elektrolyten, halfen mir diese über den zu dieser Zeit heißesten Tag des Jahres. 3 x füllte ich an diesem Tag den Behälter.
Die zweite sinnvolle Investition war der Windabweiser, den ich oben auf das Windschild montierte. Während der gesamten Tour hatte ich nur einen Insekteneinschlag auf dem Visier. Theoretisch wäre ich auch ohne Visierreinigung über die Runden gekommen – aber ihr wisst ja, ich putze gerne 🙂
Die Heimfahrt War eigentlich recht unspektakulär… Die Autobahn in Richtung München führte mich, ich hatte schon Bedenken wegen des Pfingstreiseverkehrs, eben um München herum in heimatliche Gefilde. Bei jeder Rast versuchte ich den wenigen Schatten auszunutzen. Ross und Reiter hatten sich das auch verdient 🥵
Die letzten Vorräte wurden aufgebraucht. Pumpernickel und haltbare Hartwurst gibt’s auch in Polen, ich hab rege davon Gebrauch gemacht!
Eine etwas unschönere Begegnung mit der deutschen Autofahrermentalität hatte ich dann doch noch. Gleich nach dem Übertritt nach Deutschland fiel mir diese Aggressivität, die eigentlich den Polen nachgesagt wird, auf. Es hat mich unheimlich gestresst, mit welcher Art und Weise viele Autofahrer auf dem Nachhauseweg meinten, ihren persönlichen Schutzkreis um ihr „Allerheiligstes“ verteidigen zu müssen. Es hat nur noch genervt. Und eben an eine solche Spezies bin ich dann auf der eigentlich schönen, weil kurvenreichen Strecke von Aitrach nach Bad Wurzach geraten. Wildgeworden und mit einem Abstand zu mir, den ich in den vorangegangenen tausenden von Kilometern eigentlich nie erleben musste, überholte mich vor einer unübersichtlichen Kuppe ein Autofahrer. Viel zu schnell, viel zu knapp, viel zu gefährlich. Die nächsten beiden Kurven wären beinahe seine letzten, oder die des Gott sei Dank nicht vorhandenen Gegenverkehrs gewesen. 2 1/2 Wochen kreuz und quer durch Europa mussten vergehen, bis ich auf solch einen Meister der Straße traf. Egal, so wie ihn dass nicht interessierte, hat es meinen Gesamteindruck der Tour nicht nachhaltig gekratzt. Der Rest bis zur Ankunft in Mochenwangen war „Ausrollen“…
Nach 3.707 km, 75,20 Stunden Gesamtzeit auf der Maschine, davon 52,55 h in Bewegung, 22,25 h Pause, 70 km/h Schnitt in Bewegung, 49 km/h Gesamtschnitt; ca. 192 l Sprit, 1/2 l Öl, ein beleidigter Getriebesensor und einem Scheinwerferbirnchen sowie unzähligen Momenten, die mir ein Grinsen, manchmal Betroffenheit, aber immer die Gewissheit, das richtige getan zu haben bereitet haben, bin ich also wieder zu Hause!
Das war sie also, meine Polentour 2014! Was bleibt bei mir hängen, hmm?!
Die Tatsache, eine Reise quasi am oberen Wendepunkt einer Strecke zu beginnen ist sicher nicht sehr üblich für ne Motorradtour. Für mich, muss ich sagen, ideal!
Mit dem Sammeln von Eindrücken beginnen und erst mit dem Nachhauseweg zu beenden, ne ganz tolle Erfahrung.
Einen Blog als Reisetagebuch zu schreiben – für mich neu, aber sehr hilfreich.
Die Eindrücke des Tages erstens mit euch, meinen Lieben teilen zu können und zweitens als mindmap für sicher kommende „Bildvorträge“ zu nutzen, unabdingbar.
Die Erfahrung, „mutterseelenallein“ diese Tour zu vorzubereiten und durchzuführen, einfach toll. Ich min mit so vielen, so unterschiedlichen Leuten in Kontakt gekommen, oft genug rein zufällig. Diese Erfahrungen haben mir unendlich viel gegeben.
Ursprünglich bin ich ja mit der Vorstellung losgefahren, mal alleine ne große Tour zu fahren um Land und Leute ohne Rücksichtnahme auf andere kennenzulernen. Ich denke, dies ist mir gelungen – und nicht nur das. Ich habe, obwohl auch ich mit allerhand Vorurteilen behaftet, ein Land und seine Bewohner kennenlernen dürfen, die trotz unserer beiden oftmals leidvollen Begegnungen durch die Jahrhunderte, keinerlei Vorbehalte mir gegenüber hatten. Ja im Gegenteil, selten wurde mir mit soviel Herzlichkeit, Offenheit, Neugier und Hilfsbereitschaft begegnet.
Polen, ein Land, mitten in Europa – und da gehört es auch hin !!
„Erfahrt“ es selbst. Keine alltägliche Tour durch ein nicht alltägliches Land.